Kaum einer baut noch passiv. 2018 entstanden 700 Fertigteil-Einfamilienhäuser. Niedrigenergie ist dabei das Maß aller Dinge.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 26. März 2019 (01:47)
ELK
Dem Österreichischen Fertighausverband gehören derzeit 15 Fertighausunternehmen an. Diese erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von insgesamt 702 Millionen Euro. Am 3. und 4. Mai laden die Unternehmen europaweit zu den „Tagen des Fertighauses“.

Die „Fertigteil-Hochburg“ des Bundes ist und bleibt Niederösterreich, sagt Christian Murhammer, Geschäftsführer des Österreichischen Fertighausverbands. 28 Prozent Anteil am Markt hatte das Land zuletzt – zwei Prozent weniger als im Jahr davor.

Gut 700 Einfamilienhäuser wurden hier 2018 von den 15 Mitgliedsunternehmen des Verbands (dazu gehören etwa auch die niederösterreichischen Fertighaus-Firmen Hartl Haus aus Echsenbach/Bezirk Zwettl und Elk aus Schrems/Bezirk Gmünd) errichtet. Im Vergleich zum traditionellen Ziegelbau hinken die fälschlicherweise oft immer noch als qualitativ minderwertig angesehenen Fertigteilhäuser aber hinterher: Sie machen nicht einmal ein Drittel aller Neubauten aus.

Dabei hat sich die Technologie seit den Anfängen massiv verbessert. Christian Murhammer bedauert: „Nichts ist so schwer, wie eine bestehende Meinung zu verändern“, sagt er. Im Mai soll daher eine Image-Kampagne starten.

"Der Mehraufwand steht in keiner Relation zum Nutzen"

Zwischen 150.000 und 180.000 Euro bezahlt man derzeit für ein durchschnittliches Einfamilien-Fertigteilhaus – soll es schlüsselfertig sein, ist man schnell über 200.000 Euro. Knapp die Hälfte wird belagsfertig gekauft, über 99 Prozent werden in Niedrigenergie-Bauweise errichtet. Das einst bejubelte Passivhaus wird immer seltener gebaut. Verbands-Präsident Roland Suter kennt den Grund: „Der Mehraufwand steht in keiner Relation zum Nutzen.“

Stattdessen wird in den Häusern zunehmend auf Technik gesetzt. Zu den Trends zählen Smarthome-Lösungen und In-frarot-Heizungen. Was die Architektur betrifft, löst das Steildach das Flachdach ab und man setzt auf flexible sogenannte Multifunktionsräume – denn die Wohnfläche wird tendenziell kleiner. Über die Hälfte verzichtet schon auf einen Keller.

Erfreulich für den Verband: „Fertigteilhäuser haben mittlerweile ländliche Gegenden erreicht, von denen wir das nie gedacht hätten“, so Murhammer.