Co-Working-Space: Netzwerken und Arbeiten. Mitten in der Kremser Altstadt liegt der IMC-Co-Working-Space, wo kreative Jungunternehmer, Freiberufler, Start-ups und Gründer nebeneinander arbeiten können.

Von Christine Haiderer und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 18. Mai 2019 (06:49)
IMC FH Krems
Im IMC-Co-Working-Space in Krems können sich Kreative, die nicht zuhause arbeiten wollen, Mitarbeiter von Firmen, die ihren Sitz woanders haben, oder auch Menschen, die viel unterwegs sind, einmieten und arbeiten.

Vor zehn Jahren ist Marie Terese Tomiczek nach Panama ausgewandert und hat dort mit ihrem Mann eine Firma gegründet.

„Wir beraten hauptsächlich deutschsprachige Unternehmen, die nach Lateinamerika beziehungsweise Panama auswandern“, erzählt sie. Zum Beispiel Unternehmer, die ein Hostel oder ein Restaurant eröffnen wollen, oder Unternehmer, die von überall aus auf der Welt arbeiten wollen, sich etwa mit E-Commerce beschäftigen, aber genau hier leben wollen. Ihre Firma kümmert sich um Firmengründung, Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis usw. „Wir gestalten das Leben neu“, so Tomiczek.

Sie hat beschlossen, nach Österreich zu expandieren, und machte sich rund um Krems – ihrer ursprünglichen Heimat – auf die Suche nach einem Büro. Gefunden hat sie ihren neuen Raum zum Arbeiten mitten in der Altstadt von Krems: im Co-Working-Space der FH Krems.

Seit eineinhalb Jahren bietet der 260 Quadratmeter große IMC-Co-Working-Space kreativen Jungunternehmern, Freiberuflern, Start-ups, aber auch Menschen, die ein Unternehmen gründen wollen, die Möglichkeit, hier zu arbeiten. Auf Flex-Desk-Basis. Man macht es sich also dort bequem, wo gerade Platz ist.

Und das geht in diesem alten, historischen, verwinkelten Gebäude mitten in der Kremser Altstadt gut. „Da findet sich immer ein Platz“, so Florian Ruhdorfer, Leiter des Bereichs Business and Career Services an der IMC FH Krems.

Warum sich Marie Terese Tomiczek für den Co-Working-Space entschieden hat? „Wichtig ist, dass man am Anfang die Fixkosten gering hält“, rät sie allen Jungunternehmern. Macht das Unternehmen einmal mehr Umsatz, könne man dann ja in ein eigenes Büro ziehen. Und: „Ich schätze den Austausch, das Ambiente und das Networking mit anderen Start-ups.“

Konzentration plus sozialer Kontakt

Diesen Vorteil betont auch Ruhdorfer: „Der Austausch ist sehr wichtig.“ Und: „Es ist angenehmer, als daheim am Küchentisch zu sitzen.“ Wenn man zuhause arbeitet, fällt es oft schwer, Beruf und Privates gut zu trennen. Man ist untertags alleine, wird immer wieder an die Arbeit erinnert. In einem Co-Working-Space hingegen lässt es sich konzentriert arbeiten, man kann aber auch zwischendurch mit anderen einen Kaffee trinken oder plaudern.

Nutzer können hier 24/7 arbeiten. Möglich ist das übrigens auch nur tageweise. Am Vormittag ist immer ein Mitarbeiter da. Wer sich all das einmal ansehen will, kann auch einen Schnuppertag vereinbaren.

Dazu kommt, dass ein Co-Working-Space die Möglichkeit bietet, sich mit Kunden in einem professionellen Umfeld zu treffen. Im Keller befindet sich ein Seminarraum, den jeder buchen kann, nicht nur die Nutzer des Co-Working-Spaces, so Ruhdorfer.

45 Karten wurden bisher ausgestellt. Unter den Nutzern sind junge Unternehmer aus der Region, aber auch Mitarbeiter von internationalen Unternehmen, die ansonsten extra ein ganzes Büro anmieten müssten. Gerade wenn man viel unterwegs ist, braucht man aber nicht täglich ein Büro.

Der Co-Working-Space könnte darüber hinaus aber auch der Stadt etwas bringen: nämlich mehr Betriebsansiedlungen. „Wenn wir es schaffen, eine Keimzelle zu legen, freut uns das“, so Ruhdorfer.

www.fh-krems.ac.at/coworking