Landswirtschaftskammer macht mobil gegen Müll. „Reinwerfen statt Wegwerfen“ lautet der Name einer neuen Umweltinitiative, die gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NÖ jetzt gegen achtlos weggeworfenen Müll (Littering) in der Natur auftritt: Müll verschandelt die Landschaft, gefährdet die Natur und verursacht hohe Kosten durch die Beseitigung. Littering ist auch ein Problem für die Landwirtschaft und kann zur Verunreinigung unserer Lebens- und Futtermittel führen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Februar 2020 (12:12)
Machen mobil gegen Müll in der Landschaft: Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager, ARA-Vorstand Werner Knausz und Landwirt Bernhard Beer, der die Problematik des Litterings aus seiner täglichen Arbeit kennt.
LK NÖ/Erich Marschik

Die heimischen Bäuerinnen und Bauern erzeugen hochwertige regionale Lebensmittel nach höchsten Umweltstandards, produzieren beste Futtermittel für ihre Tiere und sorgen für einzigartige Lebensräume. Littering erschwert ihnen jedoch ihre Arbeit. Es ist eine Unsitte, Abfälle im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen oder liegenzulassen. Denn das gefährdet neben der Biodiversität auch Nutz- und Wildtiere, Bodenorganismen und nicht zuletzt die Sicherheit der gesamten Nahrungsmittelkette. 

„Wirf nix weg – hier wächst dein Essen“

Zur Sensibilisierung der Bevölkerung sollen Hinweistafeln auf die Problematik aufmerksam machen. „Wirf nix weg – hier wächst dein Essen“ lautet die Botschaft. Niederösterreichische Bauern platzieren im ganzen Land die Tafeln neben ihren Feldern, Äckern, Wiesen und Wäldern, um unsere zukünftigen Nahrungsmittel und die Futtermittel für unsere Tiere zu schützen. Denn jeglicher Abfall, der auf den Feldern landet, könnte zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden, wodurch es letztendlich zu Müllkontaminationen in Lebensmitteln und damit zu einem Gesundheitsrisiko für Mensch als auch Tier kommt.

Schmuckenschlager: "Mehr Achtsamkeit"

„Mit der gemeinsamen Initiative und den Tafeln wollen wir gegen das achtlose Wegwerfen von Müll mobil machen, die Menschen für eine saubere Umwelt sensibilisieren und über die gravierenden Folgen von Abfällen in der Natur und für die Landwirtschaft aufklären. Für unsere Bäuerinnen und Bauern ist es ein Selbstverständnis, mit den natürlichen Ressourcen sorgsam umzugehen. Durch das achtlose Entsorgen von Müll wird die Arbeit der Landwirte erschwert. Daher ist es notwendig, dass jeder Einzelne durch mehr Achtsamkeit seinen Beitrag leistet“, erklärt Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ.

Felder sauber halten ist teuer

Auswirkungen hat Littering also nicht nur auf die Lebens- und Futtermittel, sondern auch auf die Bauern. Es ist aufwendig, die Felder vom Müll zu befreien und macht teure Reparaturen geschädigter Maschinen notwendig. Ziel muss es daher sein, Littering erst gar nicht entstehen zu lassen. 

Müllsammeln schont die Ressourcen

Wer seinen Müll in die dafür vorgesehenen Sammelbehälter wirft, trägt neben dem Naturschutz auch zur Schonung von Ressourcen bei. Obwohl Verpackungen laut einer Analyse der ARA nur 24% des achtlos weggeworfenen Materials ausmachen, ist es trotzdem schade um die vergeudeten Rohstoffe. „Egal, ob PET-Flasche, Alu-Dose, Zeitungspapier oder Glasbehälter – wir wollen alle Verpackungen zurück. Richtig gesammelt und korrekt getrennt sind Abfälle wertvolles Ausgangsmaterial für neue Verpackungen oder Produkte. Wir können es uns weder ökologisch noch ökonomisch leisten, Rohstoffe einfach in die Landschaft zu werfen“, betont Werner Knausz, ARA-Vorstand und „Reinwerfen statt Wegwerfen“-Mastermind.

  • „Reinwerfen statt Wegwerfen“ ist die größte österreichweite Plattform zum Thema Anti-Littering. Die Initiative der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und Österreichs Wirtschaft realisiert und fördert seit 2012 bewusstseinsbildende Maßnahmen für ein sauberes Österreich und gegen das achtlose Wegwerfen von Müll auf der Straße, in der Landschaft oder in Gewässer.