Schnellbahn-Ausbau für mehr Pendler auf den Schienen. Bis 2023 werden die Strecken in den Süden sowie von Wien nach Bratislava gestärkt.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 16. April 2019 (02:15)
ÖBB/Philipp Horak
Bald 24 mehr aufden Schienen der Ost-Region unterwegs: Cityjets.

Stillstand auf den Gleisen. Rund einmal in der Woche ist dafür ein Lkw-Fahrer verantwortlich, weil er die Höhe seines Fahrzeuges unter- und die der Brückendurchfahrt überschätzt hat. Ein Experte muss daraufhin die Tragekonstruktion auf ihre Unbeschadetheit begutachten. Bis dahin steht die Bahn – und im Extremfall zur Rush-Hour um 16 Uhr mit ihr Hunderte Pendler.

Mit Brücken-Sensoren will die ÖBB diesen Störfaktor verbannen. Eine mittelfristige Maßnahme für die Stabilisierung des Bahnverkehrs. 24 zusätzliche zu schon 117 Cityjets in der Ost-Region sind eine weitere. „Doch das wird nicht reichen“, weiß Regionalleiter Michael Elsner. 40 Prozent (100 Millionen) aller Bahnkunden in Österreich sind in und durch Wien unterwegs. 30 Prozent der Bahnnutzer in Wien kommen von außerhalb. Tendenz steigend. Um diese künftig auf der Schiene unterzubringen, sind aktuell drei Projekte in der Umsetzung.

"Das wird nicht reichen"

Eines der Schlüsselprojekte an der Südstrecke ist der Ausbau der Pottendorfer Linie um 640 Millionen Euro. Zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt wird eine durchgehende viergleisige Verbindung realisiert, die ab 2023 für Verbesserungen im Nah- und Fernverkehr sorgen soll. „Aber auch das wird nicht reichen“, sagt Franz Hammerschmid von der ÖBB-Infrastruktur. Weshalb aktuell an zusätzlichen, und damit sechsgleisigen Schienen zwischen Meidling und Mödling gerechnet werde.

Ebenfalls bis 2023 soll der Streckenausbau Wien – Bratislava fertiggestellt sein und dadurch Vorteile für Fernreisende, aber auch für die Pendler aus den Regionen Marchegg, Bruck/Leitha und Gänserndorf erzielen. Künftig sollen auf der noch eingleisigen und nicht-elektrifizierten Strecke 160 statt bisher 120 km/h möglich sein. Über- oder Unterführungen statt Kreuzungen, neue Haltestellen und P & R-Anlagen sollen der Strecke zu einer Renaissance verhelfen. Kosten: 540 Millionen Euro.

Auch die S80 zwischen Hütteldorf und Aspern wird erneuert, wodurch es ab 2026 von Ost nach West durch Wien im Viertelstunden-Takt in nur mehr dreißig Minuten gehen sein soll.

Erst in den Startlöchern, aber bis 2030 möglich, stehen zwei weitere Visionen: Die Renovierung des Bahnhofs Hütteldorf und die Sanierung der Wiener Stammstrecke, die zwischen den Haltestellen Floridsdorf und Meidling eine Takterhöhung von 40 auf 50 Züge pro Stunde bewirken würde.