Weg in die Arbeit beträgt durchschnittlich 21 Kilometer. Der durchschnittliche Weg in die Arbeit ist in Niederösterreich 21 Kilometer lang, mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Bundesland pendelt in einen anderen Bezirk aus. Unter anderem zu diesen beiden Erkenntnissen kommt die neueste Pendleranalyse der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ). Angesichts der Zahlen forderte Präsident Markus Wieser am Dienstag die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 18. Februar 2020 (10:10)
AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser sowie AK-Verkehrsexperte Thomas Kronister präsentieren die aktuelle PenderlInnenanalyse der AK Niederösterreich.
Alexandra Kromus

Exakt 51,5 Prozent der 604.428 im Bundesland wohnenden Beschäftigen haben ihren Arbeitsplatz in einem anderen Bezirk. 184.502 Niederösterreicher müssen auf ihrem Weg zum Job sogar das Bundesland verlassen, hieß es in der AKNÖ-Analyse, die sich auf den Zeitraum 2014 bis 2019 bezieht. Es geht aber auch anders - den umgekehrten Weg, also von einem anderen Bundesland nach Niederösterreich, nehmen 118.198 Personen. Rund 57,4 Prozent von ihnen stammen aus Wien.

Mit 19.621 Beschäftigten täglich sorgen aber auch die Steiermark und das Burgenland für einen beachtlichen Pendlerstrom. Die Bezirke Mödling, Bruck a. d. Leitha, Horn, Scheibbs, St. Pölten und Lilienfeld weisen einen Einpendlerüberschuss auf. Dort gibt es also mehr Arbeitsplätze, als Beschäftigte wohnhaft sind.

AKNÖ-Präsident Markus Wieser (links) und AKNö-Experte Thomas Kronister
Anita Kiefer

Für den durchschnittlichen Arbeitsweg benötigen die Menschen im Bundesland etwa 32 Minuten. Während die Distanz von daheim bis zur Arbeitsstätte im Mostviertel mit 15 Kilometern am kürzesten ist, legen Weinviertler durchschnittlich 28 Kilometer zurück, bis sie ihren Beruf ausüben können.

"Die Arbeitswege werden in Niederösterreich zu 65 Prozent im motorisierten Individualverkehr zurückgelegt", rechnete Wieser vor. "21 Prozent nutzen den öffentlichen Verkehr, acht Prozent das Rad und fünf Prozent gehen zu Fuß in die Arbeit". An diese Zahlen knüpfte der AKNÖ-Präsident die Forderung nach einem attraktiveren öffentlichen Verkehr als alternative zum Auto. Angesetzt werden könne vom Tarif über gut ausgestattete Haltestellen bis hin zur rascheren Lösung bei Störungen.

Änderungswünsche äußerte Wieser auch hinsichtlich des Pendlerpauschales. Dieses müsse von einem Steuerfreibetrag zum Absetzbetrag umgestaltet werden, um "die Benachteiligung von Kleinverdienern" zu beenden.