Sven Hergovich: „Jetzt ist die große Chance“. AMS-NÖ-Chef will gute Konjunktur nutzen, solange es sie gibt. Standortgarantie für AMS-Stellen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 13. August 2019 (04:12)
Franz Gleiß
AMS-NÖ-Chef Sven Hergovich.

Per 1. Juli 2018 hat Sven Hergovich die Agenden als AMS-NÖ-Geschäftsführer von Karl Fakler übernommen. Und das in der Phase einer guten Konjunktur – was sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Die Arbeitslosigkeit ist im Juli 2019 mit minus 2,7 Prozent (46.650 arbeitslos gemeldete Personen) nach wie vor rückläufig, gleichzeitig steigt die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 2,6 Prozent.

Dem AMS NÖ sei es gelungen, die „gute konjunkturelle Situation zu nutzen“, um schwerpunktmäßig bei den Problembereichen Jugendliche, Langzeitarbeitslose und Fachkräftemangel anzusetzen. Dies sei auch gelungen, so Hergovich: Etwa durch die Einführung eines Case Management für Personen mit besonderen Bedürfnissen, die Ausbildungsgarantie für Unter-25-Jährige und die besondere Betreuung von Langzeitarbeitslosen.

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist von Jänner bis Juni um über 16 Prozent zurückgegangen. „Das ist der österreichweit stärkste Rückgang“, erklärt Hergovich. Und auch bei den Unter-25-Jährigen sank die Zahl der Arbeitslosen, im Juli 2019 um 11,5 Prozent auf 4.300.

„Ich wünsche mir jeden Tag das Gleiche: Dass die Arbeitslosigkeit sinkt“ Sven Hergovich

„Jetzt ist die große Chance“, sagt Hergovich, dass durch die gute Konjunktur noch weiter möglichst viele Arbeitslose am Arbeitsmarkt untergebracht werden können. Dass die Konjunktur in absehbarer Zeit abschwächen wird, scheint sicher. Für heuer rechnet Hergovich noch damit, „dass wir im Jahresdurchschnitt einen Rückgang der Arbeitslosigkeit haben werden“.

Den Plan, die 22 AMS-NÖ-Geschäftsstellen zu reduzieren, gebe es nicht, so Hergovich. „Von meiner Seite gibt es eine Standortgarantie.“ Gefragt nach den Wünschen für die Nationalratswahl am 29. September antwortete Hergovich: „Ich wünsche mir jeden Tag das Gleiche: Dass die Arbeitslosigkeit sinkt.“ Seit er im Amt sei, habe er bisher vier zuständige Arbeitsminister erlebt, und mit allen gut zusammengearbeitet – das werde auch mit dem fünften so sein.