Neue Plattform will Donau besser auslasten. 300 Maßnahmen für die Verbesserung des Warentransports will die „Danube-Black Sea Gateway Region Cooperation Platform“ umsetzen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 18. Juni 2019 (06:33)
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Die Donau soll als „verbindende Wasserstraße“ künftig intensiver genutzt werden Derzeit würden nur etwa zehn Prozent der Möglichkeiten ausgeschöpft werden, sagt Landesrat Ludwig Schleritzko.

Seit Anfang 2017 tüfteln Verantwortliche verschiedener Regionen, Städte, Häfen und wissenschaftlicher Organisationen an einer Vereinfachung der Bedingungen für den Warenverkehr auf der Donau. Eine in der Vorwoche in Krems gegründete Vereinigung mit dem sperrigen Namen „Danube-Black Sea Gateway Region Cooperation Platform“ bündelt die Bemühungen von vorerst zwei Regionen (NÖ, Wien), vier Städten und sechs Organisationen (Häfen, Universitäten, …) beim gemeinsamen Ziel, den Warentransport auf der Donau zu verbessern.

Für Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko, dem Gastgeber der Konferenz im Kloster Und in Krems, geht es darum, die Donau als verbindende Wasserstraße deutlich intensiver zu nützen. Die Wirtschaftskraft der Anrainer-Regionen könne so gestärkt werden, und außerdem gehe es darum, den Warenverkehr durch Europa umweltfreundlicher zu machen.

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Historischer Moment im Kloster Und in Krems: Landesrat Ludwig Schleritzko, Konferenz-Koordinatorin Christina Narval, Christian Popp, Projektleiter in der Abteilung für Gesamtverkehrsangelegenheiten beim Land NÖ, und Ovidiu Costea, Vertreter der Stadt Galati (Rumänien), bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zum Ausbau des Donau-Güterverkehrs.

„Derzeit werden nur rund zehn Prozent der Möglichkeiten ausgeschöpft. 100 Millionen Tonnen pro Jahr wären möglich!“ Wovon auf diesem Gebiet die Rede ist, zeigt ein eindrucksvolles Beispiel. „Ein einziger Vierer-Schubverband bringt 280 Lkws von der Straße weg!“, illustrierte er den massiven Vorteil des Warentransports auf dem Wasser.

300 verschiedene Maßnahmen zur Belebung desselben wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits erarbeitet. Sie reichen von Vereinfachungen bei Hafen-Vorreservierungen, den Ausbau der Infrastruktur und die Abstimmung von Fahrplänen bis zur Vereinheitlichung der Ausbildung des Schiffspersonals. Mit der Unterzeichnung des Kontraktes durch Vertreter aller Vertragspartner startete nun die Umsetzung.

Europäische Union fördert Projekt

„Wir schlagen heute ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit im Donauraum auf“, freute sich Schleritzko über die Fortsetzung der Tradition, dass Niederösterreich abermals eine Führungsrolle in der Zusammenarbeit europäischer Regionen einnehme. Für das Projekt seien 85 Prozent der Kosten (85 Millioen Euro) von der EU gefördert worden. „Und ich verspreche Ihnen, dass wir die Initiativen auch in Zukunft weiter vorantreiben werden“, so Schleritzko.