Land will Wohnbau neu denken. Durch die neue Wohnbaustrategie NÖ sollen der ländliche Raum gestärkt und das Eigentum gefördert werden.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 26. März 2019 (02:46)
Mario Kern

Die bereits im Vorjahr angekündigte Wohnbaustrategie stellten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Martin Eichtinger nun vor. Man reagiere damit, so die Landeshauptfrau, auf gesellschaftliche Veränderungen: Die Bevölkerung wird immer älter, sie wird aber auch immer mobiler. Der Bedarf an Singlewohnungen steigt nach wie vor.

NLK Pfeiffer
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Martin Eichtinger bei der Präsentation der neuen blau-gelben Wohnbaustrategie in St. Pölten.

Die Bedeutung von Umweltanliegen nimmt auch im Wohnbau zu und man müsse auf neue Arbeitsformen – Stichwort „Home Office“ – reagieren, sagt Mikl-Leitner. Wohnen müsse in allen Regionen leistbar sein. Vorgegeben wurden nun drei strategische „Stoßrichtungen“, wie es die Landeshauptfrau formuliert. Erstens wird es eine gezielte Wohnbauförderung für den ländlichen Raum geben. „Wir wollen Familien in den ländlichen Raum bringen und auch einen finanziellen Bonus für die, die bleiben wollen, schaffen“, erläutert Mikl-Leitner.

Es wird daher beim Wohnbau im Schnitt um 20 Prozent mehr Förderung für die Ansiedlung oder das Verbleiben im ländlichen Raum geben. Auch Bauträger, die Altbestände revitalisieren, sollen in den Genuss dieser Förderung kommen. Damit schaffe man einen Anreiz, die Ortskerne zu beleben. Wer ein Haus im Zentrum einer Gemeinde bauen will, kann bis zu 12.000 Euro an zusätzlicher Förderung lukrieren. Für Sanierungen im Ortskern gibt es einen Einmalzuschuss.

Förderung: 10.000 Euro statt 5.000 Euro

Die zweite Stoßrichtung geht hin zur Schaffung von Eigentum. Das ist, sagt Mikl-Leitner, für junge Familien die beste Altersvorsorge und generell ein Mittel, um Altersarmut vorzubeugen. Daher wird die Förderung bei Bau und Erwerb von Wohnraum von 5.000 auf 10.000 Euro verdoppelt. Jungfamilien bekommen zudem eine Förderung von 10.000 Euro für das erste und jedes weitere Kind.

Die dritte Stoßrichtung betrifft alle Niederösterreicher: Vorrang für Blau-Gelb heißt es da. Landsleute werden auf Basis eines Kriterienkataloges bei Miete und Eigentumserwerb bevorzugt. Die Kriterien gehen von Familiengröße über Einkommen, Bezug zur Region bis hin zum Engagement im Ort (Details siehe Website unten).

Forcierung auf Holzbauten und mehr Grün

Landesrat Eichtinger wird auch moderne Wohnformen unterstützen. Vom „Jungen Wohnen“, wo Menschen bis 35 mit maximal 4.000 Euro Eigenfinanzierung zu Wohnungen kommen, bis zum „Betreuten Wohnen“. Bei letzterem wird es künftig ein Modell ohne verpflichtendes Betreuungspaket geben.

Menschen, die in geförderten Mietwohnungen leben, können dort künftig auch ein Gewerbe anmelden. Und die Förderung für Eigentumswohnungen wird nicht mehr zurückgefordert, wenn die Bleibe auch gewerblich genutzt wird.

Was die Ökologie betrifft, werden Holzbauten und mehr Grün auf Gemeinschaftsflächen sowie Fassaden und Dächern forciert.

Die Finanzierung der Wohnbaustrategie wird einerseits mit 125 Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Investmentbank bewerkstelligt. Zusätzlich laufen viele Förderungen aus, die jetzt umgeleitet werden.

Info: www.noe-wohnbau.at

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