Freude über mehr Normalität im Pielachtal. Die Lehrlinge und Jungköche der Region scharren schon in den Startlöchern, bis es wieder los geht.

Von Nadja Straubinger, Gila Wohlmann, Anna Maria Backnecht und Gerhard Hackner. Erstellt am 18. Mai 2021 (03:00)
Dominik Kozuh-Schneeberger ist im 4. Lehrjahr im Gasthaus Kalteis als Lehrling beschäftigt.
Hackner, Hackner

Die letzten Monate waren in vielen Gastrobetrieben im Pielachtal ruhig. Nicht alle boten Speisen zum Abholen an. Besonders die Lehrlinge und Jungköche hatten daran zu knabbern, konnten der Situation aber auch so manch positiven Aspekt abgewinnen.

Gleich mehrere Lehrlinge bildet der Kirchberger Haubenwirt Hubert Kalteis aus. „Bei uns waren alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. Teilweise einige Monate lang zu 100 Prozent. Das drückt natürlich auf die Moral des Personals und auch für uns war es nicht gut“, blickt Kalteis zurück. Zum Einsatz kamen die Nachwuchsköche aber bei der Zubereitung der Speisen für „Kalteis im Glas“. Im Vergleich zum normalen Alltag mit Vollbetrieb im Gasthaus, ging es da allerdings gemütlich zu. Für die Öffnung steht dem Haubenkoch genügend Personal zur Verfügung. Er freut sich schon auf die Öffnung, hofft auf schönes Wetter und einen sicheren Gastbetrieb, weiß aber: „Schwierig wird das Anfangen. Bis man wieder in den richtigen Arbeitsrhythmus hinein kommt. Aber das gilt sowohl für die Lehrlinge, als auch für uns. Es ist ja eine ganz andere Situation, wenn Gäste da sind und der Vollbetrieb wieder läuft.“

„In den ersten drei Lehrjahren habe ich sehr viel Basiswissen und Praxis gesammelt. Das kommt mir jetzt zugute.“ Dominik Kozuh-Schneeberger, Lehrling Gasthaus Kalteis

Dominik Kozuh-Schneeberger aus Loich ist im vierten Lehrjahr zum Gastronomiefachmann. Er verbrachte den Großteil des Lockdowns zuhause. „Für meine Hobbys wie Radfahren und die Betreuung meiner drei Bienenstöcke als Imker hatte ich jetzt sehr viel Zeit“, sieht er die positive Seite. Die Berufsschule im Vorjahr konnte zum Großteil im Präsenzunterricht absolviert werden, nur eine Woche fand mit Distance-Learning statt. Die Praxis der letzten Monate fehlt, aber: „In den ersten drei Lehrjahren habe ich sehr viel Basiswissen und Praxis gesammelt. Das kommt mir jetzt zugute.“ Wie sein Lehrherr sehnt auch Kozuh-Schneeberger die baldige Öffnung herbei: „Besonders freue ich mich auf Normalität, geregelte Zeiten und den Betrieb im Gasthaus. Am liebsten bin ich da in der Küche tätig.“ Aber auch privat möchte er bald fortgehen und sich mit Freunden und anderen Leuten treffen.

„Eher ruhig“ war die wiederkehrende Lockdown-Zeit für Sarah Helm, wie Johann Weiß, Chef des Steinschalerhofs erzählt. Die junge Pielachtalerin hat aber bei ihm die Lehre erfolgreich absolviert und ist mittlerweile im Gastrobetrieb in Warth als Gesellin. In den vergangenen Monaten beschäftigte sich Helm vermehrt mit der Zubereitung verschiedener vegetarischer und veganer Rezepte.

Geringfügig neben Grundwehrdienst

„Anfangs wurde mein kompletter Alltag auf den Kopf gestellt. Ich bin sehr froh, dass ich meinen Job behalten konnte“, berichtet der Jungkoch Berndt Kegl vom Gasthaus Planer in Rammersdorf. Seit Beginn der Corona-Pandemie bietet der Familienbetrieb fünf Mal die Woche einen Abholservice an. Am 19. Mai öffnet das Gasthaus wieder seine Türen. „Auf den direkten Kontakt mit den Gästen freue ich mich schon besonders, das hat mir das letzte halbe Jahr sehr gefehlt“, freut sich der motivierte Koch. Neben seinem Grundwehrdienst beim Bundesheer und trotz Lockdown, blieb der 19-Jährige weiterhin geringfügig angestellt und unterstützte tatkräftig das Landgasthaus. „Die verbleibende Zeit nutzten wir, um Neues in der Küche auszuprobieren. Dafür ist im Vollbetrieb oft weniger Zeit . So haben wir das Beste aus jeder Situation rausgeholt“, versichert Chefin Hannelore Planer. Auch die Terrasse wurde für die Eröffnung auf Vordermann gebracht. „Es war uns wichtig, unseren Leuten trotz der schwierigen Zeit eine Perspektive geben zu können und sie so gut es geht zu unterstützen“, erzählt die Chefin und freut sich auf die Wiedereröffnung.

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