Alexander Datzinger: Mein Kunststoff wird kein Sackerl. Alexander Datzinger vertreibt Kunststoff als Granulat oder Pulver. Hergestellt werden daraus Platten, Tanks oder Behälter.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 21. August 2019 (03:03)
pexopol
Alexander Datzinger handelt mit Kunststoff in Granulat- oder Pulverform.

Plastik hat gerade nicht den besten Ruf. Oft wird beklagt, dass es in Riesen-Teppichen über das Meer schwimmt, in Mägen von Fischen landet oder Strände übersät. Alexander Datzinger setzt trotzdem voll auf den Werkstoff. Er gründete vor sechs Monaten das Ein-Mann-Unternehmen „pexopol“, das sich auf den Vertrieb von thermoplastischen Kunststoffen spezialisiert hat. Ein halbes Jahr, nachdem der Ober-Grafendorfer den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, zieht er eine positive Bilanz.

„Ich habe lange mit dem Gedanken gespielt, mich selbstständig zu machen, weil ich es einmal auf eigene Faust versuchen wollte“, erklärt Datzinger. Bereut hat er den Schritt nicht. Von seinem kleinen Büro in Krems aus vertreibt er seinen Kunststoff in Granulat- und Pulverform. Zu den Kunden zählen zumeist Klein- und Mittelbetriebe für Lohnspritzgusstechnik, Produzenten von Halbzeugen, wie Platten und Profilen, die anschließend weiterverarbeitet werden, sowie Hersteller von großvolumigen Bauteilen, wie Tanks und Behälter.

„Kunststoff wird Zukunft haben“

Momentan nennt sich der Ober-Grafendorfer selbst eine „One-Man-Show“, in Zukunft könnte er sich aber auch vorstellen, Mitarbeiter einzustellen. Denn von seiner Geschäftsidee ist er überzeugt: „Kunststoff wird Zukunft haben“, meint der Ober-Grafendorfer. Er habe schließlich viele Vorteile. „Er ist gut formbar, man kann leicht Additive zufügen und erreicht Gewichtsersparnis“, begründet Datzinger.

Die Verteufelung von Plastik aus Umweltgründen bereitet dem Ober-Grafendorfer kein Kopfzerbrechen: „Mein Kunststoff wird ja kein Plastiksackerl“, lacht er und betont, dass er im Supermarkt auch zu den Äpfeln greift, die nicht noch extra in Folie gewickelt sind. „Aber in der Industrie ist Kunststoff notwendig und wird auch nicht verschwinden“, meint der 40-Jährige, der vor der Unternehmensgründung als Verkaufstechniker in einem Maschinenbauunternehmen arbeitete.

Der Umwelt-Gedanke komme in seinem Unternehmen trotzdem nicht zu kurz, ist Datzinger überzeugt. „Ich setze auch auf Produktionsabfälle. Aus denen wird zuerst Granulat und dann Neuware hergestellt“, erklärt er.