23-Jähriger hielt Freundin im Haus fest. 23-Jähriger stieß Freundin zu Boden und hielt sie im Haus fest. Es setzt fünf Monate Gefängnis. Opfer weint: „Er wollte das nicht.“

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 16. Mai 2019 (03:24)
shutterstock/Tinnakorn jorruang
Symbolbild

Arm in Arm sitzen eine junge Frau und ein etwa gleichaltriger Mann vor dem Gerichtssaal. Sie weint, er tröstet sie. Anberaumt ist am Landesgericht eine Verhandlung wegen Körperverletzung und Freiheitsentzug. Die 25-Jährige, die vor dem Saal unter Tränen auf den Beginn des Prozesses wartet, ist offensichtlich das Opfer.

Verwunderlicher ist es, dass der Mann, dem sie gerade noch in den Armen lag, auf der Anklagebank landet. Dem 23-Jährigen wird vorgeworfen, die junge Frau in seinem Haus im Pielachtal festgehalten zu haben. Außerdem soll er sie zu Boden gestoßen haben, wodurch sie sich Verletzungen am Rücken, Ellenbogen und Schienbein zuzog. Durch das Fenster sei die 25-Jährige schließlich geflüchtet.

„Das Hin- und Her hat mich so verletzt, dass ich völlig verwirrt im Kopf war“

Der junge Mann ist geständig. Zum Tatzeitpunkt, in der vergangenen Silvesternacht, führte das Paar eine On-Off-Beziehung. „Das Hin- und Her hat mich so verletzt, dass ich völlig verwirrt im Kopf war“, rechtfertigt er sich. Die beiden hätten miteinander geschlafen, dann sei sie aufgesprungen, um nach Hause zu fahren. „Ich wollte nur, dass sie bleibt“, meint der Angeklagte. Die Frau bestätigt den Tathergang, betont aber: „Er wollte das ja alles nicht.“

Zum ersten Mal passierte so etwas nicht. Weil zwei einschlägige Vorstrafen vorliegen, verhängt der Richter fünf Monate Haft. Vom Widerruf der erst im März verhängten bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten sieht er ab. „Ich hoffe, das Urteil bringt Sie auf den rechten Weg“, so der Richter. Der Angeklagte entschuldigt sich: „Ich habe mich sehr falsch verhalten.“ Das Opfer weint.