Hanfanbau im Pielachtal für „Therapie“. Zwei St. Pöltner betrieben Cannabis-Plantage im Tal, um ihre Leiden zu kurieren. Einer gesteht aber auch Verkauf.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 24. April 2019 (05:52)
APA (dpa)
Symbolbild

Eine Cannabisplantage betrieben zwei junge St. Pöltner von Juni 2016 bis Dezember 2018 im Pielachtal. Ende Jänner klickten für das Duo die Handschellen (die NÖN berichtete). Nun sitzen sie wegen Suchtgifthandels sowie der Vorbereitung von Suchtgifthandel vor dem Richter.

Der Hauptangeklagte (23) zeigt sich vor Gericht geständig und gibt auch den Verkauf zu, der Nebenangeklagte (22) ist nur teilgeständig. Beide berichten, dass sie zum Eigengebrauch Cannabis in ihrem gemieteten Haus im Pielachtal angebaut haben. Beiden wollten sich selbst therapieren: einer wegen einer bipolaren Störung, der andere wegen chronischer Kopfschmerzen. Insgesamt elf Kilogramm konnten sie ernten. Dass der 23-Jährige das Suchtgift zum Teil auch weiterverkaufte, davon will der 22-Jährige nichts gewusst haben. Mit den Einnahmen von rund 12.000 Euro habe er neue Pflanzen und Equipment für die Plantage gekauft, erklärt der Hauptangeklagte. „Und das ist ihnen nicht aufgefallen, dass auf einmal so viel Geld da ist?“, fragt der Richter den anderen. Der 22-Jährige verneint.

Vor der Polizei hat der Hauptangeklagte noch ausgesagt, dass er die Einnahmen mit seinem Partner teilte. Vor Gericht erinnert er sich daran nicht mehr. Er habe zu der Zeit an einer Psychose gelitten, das sei auch der Grund gewesen, warum beide aus dem gemeinsamen Miethaus ausziehen wollten.

Der Richter möchte noch die Einschätzung der Polizei hören zum Zustand des Hauptangeklagten bei der Festnahme und vertagt.