Bürgermeister Wittmann: „Ich bin wieder fit“. Rabensteins Bürgermeister Kurt Wittmann berichtet von seinen Corona-Erfahrungen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 25. Juni 2021 (03:52)
Kurt Wittmann
Rabensteins Bürgermeister Kurt Wittmann ist nach rund zwei Monaten wieder zurück im Amt.
Straubinger

Es herrscht Aufbruchstimmung – auch im Pielachtal. Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie werden nach und nach wieder aufgehoben. „Viele standen und stehen den Maßnahmen ablehnend gegenüber, da muss man erzählen, wie es sein kann“, meint Bürgermeister Kurt Wittmann, der nach rund zwei Monaten Krankheit nun wieder im Amt ist.

Schon im November infizierte sich der Rabensteiner Bürgermeister mit Covid-19. „Es war harmlos. Ich hatte ein, zwei Tage Symptome eines grippalen Infekts und verlor den Geruchssinn. Das hat länger gedauert“, berichtet Wittmann. Über den Winter merkte er schon, dass etwas nicht in Ordnung war. Müdigkeit und immer wieder Sauerstoff-Engpässe machten ihm zu schaffen. „Aber weil im Winter die Tage sowieso schneller vorbei sind und es aufgrund der Pandemie kaum Veranstaltungen gab, hat sich das nicht so stark bemerkbar gemacht.“ Erst im Frühjahr, als er mit Bauarbeiten zuhause starten wollte, kam die Müdigkeit richtig zum Vorschein.

„Ich habe gemerkt, dass mir die Kraft schnell ausgeht. Dann habe ich Fieber bekommen.“ Corona war es nicht, das zeigte ein Test und er hatte es ja eben vor wenigen Monaten erst gehabt. Also dachte Wittmann an einen grippalen Infekt. Weil es sich nicht besserte, ging er zum Arzt und wurde sofort ins Spital eingewiesen: die Diagnose – bakterielle Lungenentzündung. Im Krankenhaus wurde außerdem ein Lungeninfarkt festgestellt. „Beides war gut zu behandeln und ich konnte nach fünf Tagen wieder nach Hause.“

„Es ist wirklich gescheiter, es nicht mit dem Virus zu probieren. Den Leugnern kann man einfach nicht helfen.“ Kurt Wittmann Bürgermeister Rabenstein

Ob es aufgrund der Covid-Erkrankung im November zur Lungenentzündung kam, weiß man nicht. Jedenfalls war die Lunge durch die Infektion bereits angeschlagen. Stressig war die Situation für den Bürgermeister und Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft außerdem durch seine beiden Jobs, seinen eigenen 60er und den Tod seiner Mutter. „Da ist einfach viel zusammengekommen“, unterstreicht Wittmann. Schon vor der Erkrankung war er zur Kur angemeldet, das traf sich also bestens. „Ich bin wieder fit. Und ich kann nur an die Vernunft der Menschen appellieren: Es ist wirklich gescheiter, es nicht mit dem Virus zu probieren. Den Leugnern kann man einfach nicht helfen.“

Wittmann hat aus der Sache eines gelernt – nämlich, dass er mehr auf seinen Körper achten muss und keinen Raubbau mehr betreiben darf. 13 Kilogramm hat er bereits abgenommen und er will die Gewichtsreduktion noch weiter mit gesunder Ernährung verfolgen. Mehr Bewegung und das Delegieren einiger seiner Aufgaben sollen helfen, den Stress zu reduzieren. „Klar wird ab und zu etwas einreißen, aber das Bewusstsein für einen gesünderen Lebensstil ist da.“