Hohe Frauenquote bei Constantia Teich. Ein Drittel des Personals ist weiblich. Zwei Mitarbeiterinnen des Unternehmens über Handschlagqualität und Anfangsskepsis.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 18. Februar 2020 (03:50)
Kerstin Wieland ist seit 2011 in der Abteilung für Qualitätsmanagement tätig. Manuela Resel ist seit über dreißig Jahren im Unternehmen und leitet den Einkauf bei Constantia Teich.
Groihofer

Mit 960 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Constantia Teich GmbH in Weinburg der größte Arbeitgeber des Pielachtales.

Dabei weist das Verpackungsindustrie-Unternehmen eine signifikant hohe Frauenquote auf: Gesamt ist über ein Drittel des Personals weiblich. „Unsere Erfahrungen sind, dass Frauen beispielsweise im Customer Service besser mit Kunden kommunizieren, sie sind stressresistenter und koordinierter“, erzählt Julia Birner-Schuschu, Human Resources-Leiterin: „Wir haben aber auch Produktions-Abteilungen wie den Stanzbereich, in dem die Frauen durch ihre Geschicklichkeit die Nase vorn haben. Während Männer nur 350.000 Platinen rausnehmen, verarbeiteten unsere Frauen bis zu 1,2 Millionen in derselben Zeit.“ Von Teilzeitarbeiten bis zu Home-Office-Möglichkeiten bietet das Unternehmen den Mitarbeiterinnen flexible Modelle – um eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.

„Wir haben aber auch Produktions-Abteilungen wie den Stanzbereich, in dem die Frauen durch ihre Geschicklichkeit die Nase vorn haben"

Seit 2011 arbeitet Kerstin Wieland bei Constantia Teich. „Als ich maturierte, war Constantia Teich gerade auf der Suche nach einer weiblichen HTL-Absolventin“, erzählt sie, „und ich hatte das Glück, damals die Einzige meines Jahrgangs zu sein.“ Gleich nach der Reifeprüfung hat Kerstin Wieland im Bereich der technischen Projektierung begonnen – das Zeichnen von Plänen oder Behördenkommunikation zählten etwa zu ihren Aufgaben. 2013 wechselte die heute 28-Jährige ins Qualitätsmanagement: Hier ist sie unter anderem für die Einhaltung und Überprüfung der Standards zuständig sowie für die notwendigen Dokumentationen gemeinsam mit den jeweiligen Fachabteilungen verantwortlich. „Ich führe auch viele Kundenaudits durch.“

Auch der Werksschutz samt Zutrittsbeschränkungen und Kameras fällt in ihr Aufgabengebiet: „Der Schutz soll ausgebaut werden und ich führe aktuell eine Dokumentation zur Gefahrenanalyse durch.“ Dass es sie in die Technik zieht, hat Kerstin Wieland früh gewusst: „Mein Vater arbeitete in einer Firma, die Förderanlagen herstellt. Ich wollte dasselbe machen.“ In der HTL hat sie sich als einziges Mädchen „durchsetzen gelernt.“ Auch im Arbeitsalltag müsse man als Frau immer wieder Ersthürden überwinden: „Man muss sich einen gewissen Namen machen.“ Anfangs werde man häufig belächelt, sagt Kerstin Wieland. „Aber sobald man die erste schlaue Antwort gibt, ist das Gegenüber schon auf den Boden geholt.“ Vor allem bei Männern sei eine Anfangsskepsis merkbar – im Umgang mit Frauen spüre sie eine gewisse Solidarität.

„Sie haben Ausdauer und sind verlässlich“

Manuela Resel ist seit über dreißig Jahren im Unternehmen tätig. Angefangen hat sie als Sachbearbeiterin, mittlerweile leitet sie den Gesamt-Einkauf. Über eine Zeitungsannonce hat es sie ursprünglich zu Constantia Teich verschlagen. Schwierigkeiten habe sie als Frau in ihrem Job nie empfunden, erzählt sie: „Meine Lieferanten wissen, ich habe Handschlagqualität. Und sie wissen, es muss schnell gehen“, lacht die St. Pöltnerin.

An ihrem Beruf liebt sie die Abwechslung: „Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit, Abkürzung von Lieferterminen und Materialbereitstellung für besondere Anforderungen gehören zu den täglichen Aufgaben im Einkauf.“ Viel habe sich in den letzten Jahrzehnten geändert: „Alles geht heute viel schneller.“ Vier Damen hat Manuela Resel in ihrem Team: „Sie haben Ausdauer, sind genau, verlässlich, stressresistent und bringen einen gewissen Charme mit.“