Falschaussage wegen Drogenproblemen. Gericht 25-Jähriger hatte Drogenproblem, daher sagte der Mann vor der Polizei falsch aus. Beim Prozess wurde er dennoch freigesprochen.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 18. Februar 2020 (03:57)
APA (Symbolbild)

Mit Handschellen von mehreren Polizisten vorgeführt und völlig aufgebracht kam ein 25-jähriger türkischer Staatsbürger in den Gerichtssaal. Er ist angeklagt, bei seiner Vernehmung vor der Exekutive falsch ausgesagt und einen unbekannten Täter des Diebstahls bezichtigt zu haben. Dieser solle ihm seine Brieftasche sowie seinen Aufenthaltstitel gestohlen haben. Der Mann, der in Herzogenburg wohnt und ein Drogen- und Alkoholproblem hat, befand sich zu dem Zeitpunkt in Pressbaum. „Ich war in Therapie und wollte meinen Aufenthaltstitel und meinen Ausweis wieder haben, deshalb bin ich zur Bezirkshauptmannschaft gegangen, die Beamten dort haben mich zur Polizei geschickt. Auf der Dienststelle wollte ich eine Verlust- oder Diebstahlsanzeige machen. Ich weiß nicht mehr, was ich angezeigt habe, ich war wegen meinem Drogenproblem verwirrt“, so der Angeklagte.

Der Polizist auf der Dienststelle in Pressbaum, der die Aussage aufgenommen hat, habe dies hinterfragt, wie er erzählt. „Ich habe ihn aufgeklärt, was der Unterschied ist. Aber er beschrieb es definitiv als Diebstahl. Er sagte, dass er im Jänner auf einer Party war und dann war die Geldbörse weg.“ Ein Diebstahl ereignete sich zwar, dieser hatte aber schon im Sommer 2018 stattgefunden.

Da der Richter den Eindruck hat, dass der Mann aufgrund seines Drogenkonsums die Ereignisse wirklich verwechselte und nicht vorsätzlich falsch aussagte, wird er von den Vorwürfen freigesprochen.