Benjamin & Michael Urbanek: Ein starkes Vater-Sohn-Duo. Das Sohn-Vater Duo Benjamin und Michael Urbanek verbringt einen großen Teil seiner Freizeit miteinander. Der HTL-Schüler und sein Vater als Mannschafts-Coach bereiten sich gemeinsam mit dem Team Sapies auf die Zentraleuropa-Meisterschaften in Robotik in Offenburg Anfang März vor.

Von Monika Närr. Erstellt am 22. Februar 2020 (04:10)
Verena, Michael und Benjamin Urbanek (v. l.) jubeln mit ihren Kollegen des Team Sapies über den Staatsmeister-Titel in Robotik, den sie von der Steiermark nach Niederösterreich geholt haben.
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Wie berichtet, ging das Team das Staatsmeister hervor. Vater und Sohn erzählen, wie sie ihr gemeinsames Freizeitprojekt zusammenschweißt, wo die besonderen Herausforderungen liegen und wie junge Forscher echte Technologieprojekte umsetzen:

NÖN: Was sind die großen Herausforderungen für das Robotik-Privatteam Sapies und wie entstand es?
Benjamin Urbanek: Unsere frühere Mannschaft bestand zur Gänze aus Schülern des Wienerwaldgymnasiums in Tullnerbach. Dort wurde Robotik als Freifach angeboten, eigentlich sind alle Teams prinzipiell Schulteams. In der Oberstufe wechselten wir an unterschiedliche Schulen. So kam mir dann die Idee, ein privates Team zu gründen. Der harte Kern blieb dabei, jetzt sind wir Vier statt Sieben.

Michael Urbanek: Die Organisation des neuen Privatteams war eine Herausforderung, nicht nur die Inhalte. Auch finanziell mussten wir uns neu aufstellen, Schulen haben ja Elternvereine dafür. Wir mussten Roboter kaufen, Legoteile erstehen, einen Raum finden. Wir sind unserer Vizebürgermeisterin Irene Wallner-Hofhansl sehr dankbar, dass sie uns zu einem dauerhaften Raum im Küsterhaus der evangelischen Kirche verhalf, wo wir uns jederzeit treffen, weiterforschen und -bauen können. Unser jetziges Team besteht seit Sommer und da uns SAP unterstützt, nennen wir uns SAPies.

"Teamgeist ist großartig"

Wie funktioniert das Vater-Sohn Coaching und das Interagieren im Team bei so einem leidenschaftlichen Hobby?
Benjamin: Es ist toll, dass sich mein Vater so engagiert für uns einsetzt. Er fördert unser Hobby sehr. Es ist nicht nur vom Technischen, sondern auch vom Emotionalen her sehr schön. Nur sehr selten ist es auch einmal anstrengend, mit dem Vater als Coach zu arbeiten (lacht).

Michael: Das geht vor allem deswegen, weil ich als Inhaber einer Design-Agentur selbstständig bin. Ich arbeite sehr gerne als Coach, die Begeisterung und Förderung der Jungen gefällt mir. Auch ein zweiter Vater ist mit mir im Einsatz. Als Team erfahren wir gerade, dass man auch Lorbeeren ernten kann, wenn man sich für etwas einsetzt. Das ist auch schon etwas Schönes für die Lebensläufe unserer engagierten Jugend. Samstag ist unser Robotiktag und wir treffen uns ebenso beharrlich einmal unter der Woche. Etwa 600 Stunden haben wir seit Sommer gemeinsam verbracht.

Wie bereitet Ihr euch auf die Europameisterschaft in Offenburg im März und auf das World Festival in Detroit im April vor?
Benjamin: Um in Detroit dabei sein zu können, müssen wir auch in Offenburg wieder die beste österreichische Mannschaft sein. Es wird ein Kopf an Kopf Rennen, denn das zweite heimische Team ist so gut wie wir. Es ist das Team der HTL Graz, sie waren vier Jahre österreichische Meister. Bei knapp 40.000 weltweiten Teams waren sie sogar schon einmal Vizeweltmeister. Zudem haben wir auch eine englische Präsentation vorzubereiten.

Michael: Wir müssen das Forschungsthema „City Shaper – Bauen der Zukunft“ noch besser aufbereiten und technisch vorbereiten sowie innovative und kreative Lösungen finden. Wir haben das Thema Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer gewählt, dazu einen Prototyp einer intelligenten Leuchtfolie entwickelt und gebaut. Das funktioniert elektronisch, ähnlich einer Ampelanlage, nur dass LED-Lichter am Boden leuchten. Unser Projekt heißt „Via Lux“, zu Deutsch Straße des Lichts. Auch weitere Sponsoren müssen wir noch finden.

Benni Urbanek sowie sein Vater und Coach Michael sind ein eingespieltes Team. Sie verbringen den Großteil ihrer Freizeit gemeinsam im Pressbaumer Küsterhaus, wo sie sich auf die Zentraleuropa-Meisterschaft im März vorbereiten.
Monika Närr

Was ist das Herausragende für euch an diesem globalen Bildungsprogramm der First Lego League?
Benjamin: Wir bleiben immer motiviert. Der ganze Wettbewerb hört nie auf. Es gibt immer neue Besserungsstufen. Und alles läuft spielerisch, man merkt gar nicht, dass man lernt.

Michael: Besonders nett ist der Team-Spirit. Man hat zwar Gegner, aber alle fiebern mit und freuen sich für andere. Jeder hofft, leidet und arbeitet mit und wird von allen angefeuert.

Welche Bedeutung hat der Staatsmeistertitel für euch und das Zusammentreffen mit Robotik-, Schul- und Industriegrößen?
Benjamin: Es bedeutet viel. Wenn ich mir bildlich vorstelle, wie viele Teams wir geschlagen haben, wie viel Zeit wird hineingesteckt haben. Ich habe viele Teams über die Jahre kennengelernt, wir sind jetzt wirklich stark.

Michael: Es ist schon sehr besonders als winzig kleines Privatteam so weit zu kommen. Die anderen haben als Schulteams viel mehr Background und Backup. Unser Teamgeist ist einfach super.

Bleibt euch noch Zeit für andere Freizeitgestaltung und sonstige Hobbies?
Benjamin: Ich spiele Badminton und bis vor einem Jahr habe ich in der MSOW Blockflöte gelernt. Da ich jetzt in die HTL St. Pölten gehe, habe ich mit dem Musizieren aufgehört.

Michael : Freizeit habe ich keine mehr. Das ist erledigt. Aber ich liebe alles rund um Meer, Nautik und Segeln.

Die jugendlichen Robotik-Staatsmeister freuen sich über Unterstützung durch Technologiepartner und Sponsoren in der Region.

Näheres zu ihrem Projekt gibt es unter www.vialux.webnode.at oder bei Coach Michael Urbanek unter 0676/933 48 33 oder urbanek@conceptdesign.at