Wildschweinplage akut. Wildschweine / Im Bezirk werden durch Wildschweine auf Äckern und in Gärten Schäden verursacht. Dabei wurden schon um 50 Prozent mehr Wildschweine geschossen als im Vorjahr.

Erstellt am 07. November 2012 (00:00)
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Jäger Erich Gratzenberger begutachtet Schäden, die Wildschweine auf einer Wiese hinterlassen haben. Trenker
Von Marlene Trenker

REGION PURKERSDORF / Wildschweine können als die absoluten Gewinner der Klimaveränderung gesehen werden. In den letzten Jahrzehnten gab es im Frühjahr kaum Schnee, was für die Frischlinge sehr gut ist. „Wildschweine bringen daher den Großteil ihrer Jungen durch“, sagt Jäger Erich Gratzenberger. Die starke Buchen- und Eichenmast begünstigt zusätzlich die steigende Wildschweinpopulation. Zum Vergleich, im Jahr 1946 wurden vielleicht 70 Wildschweine in Niederösterreich geschossen, heute sind es bis zu 25.000.

Die immer größer werdende Anzahl an Wildschweinen bedeutet mitunter Probleme für die Landwirtschaft. Wildschweine begeben sich gern auf Ackerflächen und fressen dort Mais, aber auch Weizen ab und verursachen „Wildschaden“. Wildschweine, die früher eher ein scheues Wild waren, haben sich zudem im Laufe der Jahre auf die Lebensraumverkleinerung eingestellt. „Es kann sogar dazu kommen, dass sie durch Zäune klettern und in den Gärten die Komposthaufen durchwühlen“, so Gratzenberger. In den Gärten können durch Wildschweine Schäden entstehen, wenn diese den Rasen durchpflügen und große Löcher hinterlassen. „Schadenshäufigkeit hängt aber nicht automatisch mit der Zunahme des Bestandes zusammen“, sagt Gratzenberger.

„In den letzten Jahren sind die Schwarzwildbestände kontinuierlich angestiegen, die Wildschäden in der Landwirtschaft ebenfalls“, wird auch seitens der österreichischen Bundesforste bestätigt. „Zur Verringerung der Schäden ist eine Regulierung des Schwarzwildbestandes durch ausreichend hohe Abschüsse erforderlich“, sagt Pressesprecherin Pia Buchner. Sie ergänzt: „Im ÖBf-Forstbetrieb Wienerwald wurden heuer bereits um über 50 Prozent mehr Wildschweine erlegt als im Vergleichszeitraum Jänner bis September im Vorjahr.“

„Wir sind laufend im Gespräch mit den Jagdpächtern, um für die Thematik Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren. Damit und darüber hinaus unterstützen wir aktiv alle Maßnahmen, die zur Wildschadensminimierung beitragen“, so Buchner weiter.

Dem Wild und Wildschweinen sind Revier- und Eigentumsgrenzen einerlei. Buchner: „Eine gesamtheitliche Betrachtung ist gefragt und damit ein gemeinsames Vorgehen aller.“