Von Dienstgeber um 3.000 Euro geprellt. Büroangestellter wurde im Krankenstand gekündigt. Der Vertrag sollte einen Monat früher enden als erlaubt.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 18. Februar 2020 (15:08)
Schwechats Vize-Bezirksstellenleiter Norbert Kerschbaum (r.) präsentierte mit AKNÖ-Kammerrat und AUA-Bodenbetriebsratschef Rene Pfister die Bilanz der Arbeiterkammer aus dem Vorjahr.
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Mehr als drei Jahre war der Büroangestellte bei seinem Arbeitgeber beschäftigt. Im Krankenstand flatterte dann plötzlich die Kündigung herein. Unmittelbar nach Erhalt des blauen Briefs kontaktierte der Mann die Schwechater Arbeiterkammer (AK). „Er wollte wissen, ob die Kündigung rechtlich korrekt war. War sie nicht“, bringt es der stellvertretende Bezirksstellenleiter Norbert Kerschbaum im NÖN-Gespräch auf den Punkt.

Der Dienstgeber wollte den Büroangestellten mit Ende November kündigen, tatsächlich war dies aber erst einen Monat später möglich. Als es im direkten Gespräch zwischen Firma und Ex-Mitarbeiter zu keiner Einigung kam, wandte sich der Arbeitnehmer erneut an die AK. Die Intervention fruchtete. „Wir konnten für unser Mitglied 3.023 Euro brutto erringen“, berichtet Kerschbaum.

Insgesamt 320 Fälle wie diese hatte die Schwechater Arbeiterkammer im Vorjahr, die Hälfte landete sogar vor Gericht. Insgesamt erstritt die AK dabei knapp 979.000 Euro. Zählt man noch den Konsumentenschutz oder die Steuersparwochen dazu, lag der Wert sogar bei rund 2,2 Millionen Euro. Letztere finden wieder von 11. bis 16. Mai statt. „Es handelt sich hier im Geld, dass den Betroffenen zusteht. Mit unsere Hilfe war es möglich, diese Summen einzubringen“, unterstreicht AKNÖ-Kammerrat Rene Pfister.

Alles in allem berieten die AK-Experten ihr Mitglieder in mehr als 8.100 Fällen. „Die Themen reichen neben dem Arbeits- und Sozialrecht von Fragen zu Dienstverträgen bis zu Einstufungen im Kollektivvertrag“, erklärt Vize-Bezirksstellenchef Kerschbaum.