Sorge um Lebensqualität in der Region . Die Grünen lehnen Großprojekte wie die dritte Piste, den Lobautunnel oder die Breitspurbahn ab. Sie würden der Region keinerlei Vorteile bringen, auch nicht in wirtschaftlicher Hinsicht.

Von Susanne Müller. Erstellt am 13. September 2019 (15:40)
Susanne Müller
Niederösterreichs grüne Spitzenkandidatin für den Nationalrat, Elisabeth Götze, und Schwechats Stadtrat Simon Jahn plädierten für eine umweltverträgliche Wirtschaftspolitik.

Die dritte Piste, die Pläne für die Breitspurbahn und den Lobautunnel, all das seien Projekte, die der Region nur „Lärm, Dreck, Feinstaubbelastung und ganz viel Verkehr bringen“, ist Elisabeth Götze, die Spitzenkandidatin der Grünen für den Nationalrat überzeugt. Gemeinsam mit Schwechats Grün-Stadtrat Simon Jahn legte sie am Donnerstag Protest gegen die geplanten Großprojekte ein. „Ich bin sehr besorgt über die Entwicklungen hier in der Region“, so Götze.

Jahn betonte, dass die Belastungen für die Stadt schon jetzt enorm seien, etwa durch S1 und A4, die „praktisch durchs Stadtgebiet führen. Der Großteil davon wird durch den Flughafen generiert“, so Jahn, der einmal mehr betonte, dass es aus Grüner Sicht keine Notwendigkeit für die dritte Piste gäbe.

Der Lobautunnel würde eine weitere Schneise zwischen Schwechat und Mannswörth schlagen. Zu befürchten sei laut Experten, so Jahn, dass dadurch bis zu 10.000 Fahrzeuge im untergeordnete Verkehrsnetz hinzukämen – und das bei jetzt schon mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Tag auf der A4.

Jahn: "Fossile Vergangenheit"

All diese Projekte hätten eines gemeinsam: „Sie sind fossile Vergangenheit“, betont Jahn, dass es stattdessen einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs brauche. Die bisherigen Verbesserungen hätten den Pendlern kaum etwas gebracht. Die Grünen fordern daher eine Erweiterung der Zone 100, eine Taktverdichtung auf der gesamten Strecke der S7 und die Verlängerung der Straßenbahn bis Schwechat.

Darüber hinaus brauche es dringend weitere LKW-Fahrverbote und die bestehenden müssten besser exekutiert werden.

Insgesamt ist die Betriebswirtin Elisabeth Götze der Meinung, dass Umwelt und Wirtschaft durchaus zusammenpassen würden. „Green Jobs, kleine Unternehmen stärken, Investitionsförderungen für neue Technologien“, nennt Götze einige Beispiele, wie das gehen könne.

Projekte wie die dritte Piste oder die Breitspurbahn seien „ganz sicher von Nachteil für die Region. Wir sehen da absolut keine Vorteile für die Region, auch nicht im wirtschaftlichen Bereich. Da werden lediglich Waren verladen“, so Götze, die in dem Zusammenhang auch auf die Demo am kommenden Freitag in Bruck hinweist. Dort werden ab 16 Uhr „Fridays for Future“ und mehrere Bürgerinitiativen aus der Region gegen die Projekte protestieren.