Julia, die meisterliche Wikingerin aus Scheibbs. Julia Hable ist wieder Staatsmeisterin. Die Scheibbserin sichert sich mit den Dacia Vikings Vienna einen weiteren Titel. Nummer vier für sie, Nummer 18 für das Team.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 11. November 2020 (02:47)
Allrounderin. Julia Hable glänzte auf der ungewohnten Position des Cornerbacks.
Hannes Jirgal

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. 18 Titel in Folge. In Worten: Achtzehn! Dass die Dacia Vikings Vienna den österreichischen Damen-Football dominieren, darf mit Fug und Recht behauptet werden. Von einer Übertreibung sind wir da Lichtjahre entfernt.

Freuen darf sich über den jüngsten Titel auch das Erlauftal. Die Scheibbserin Julia Hable war, wie schon in den drei Saisonen zuvor, Teil der siegreichen Wikingerinnen. Im Vorjahr noch als Runningback, also in der Offensive, aktiv, glänzte sie heuer in der Verteidigung als Cornerback. „Eine Position, die ich bis dahin noch nie trainiert hatte“, erzählt sie im Gespräch mit der NÖN Erlauftal.

Notwendig wurde die Umorientierung durch einen Verletzungsfall kurz vor dem Saisonauftakt. „Es war herausfordernd, so schnell etwas Neues zu lernen. Nach dem ersten Stress habe ich an der Position auch durchaus Gefallen gefunden. Es ist immer interessant, unterschiedliche Blickwinkel auf das Spiel zu bekommen.“

Das ungewöhnliche Jahr 2020 hatte übrigens auch Auswirkungen auf Österreichs Frauen-Football. „Wir mussten lange ohne Körperkontakt trainieren, was besonders bei einer Vollkontakt-Sportart wie Football eine nicht zu unterschätzende Herausforderung ist“, schildert Hable. „Dazu kamen Fiebermessen vor jedem Training und verpflichtende Coronatests. Die Saison war mit Sicherheit schwieriger als in den letzten Jahren.“

Interception? Pick Six? Ein kleines Wörterbuch

Die Ausrufung des zweiten Lockdowns mit 3. November machte die Austragung des eigentlichen Finalspiels unmöglich. Hable: „Allerdings hätte die Paarung gleich gelautet, wie im letzten Grunddurchgangsspiel. Also haben alle Beteiligten diese Partie als Finale behandelt.“ Dabei trafen die Vikings auf die SG Danube Dragons/Amstetten Thunder.

Die Wienerinnen siegten klar mit 48:0, Hable gelang ein entscheidender Spielzug: Eine Interception. Sie fing einen Pass der Gegnerinnen ab und brachte ihr Team somit wieder in Ballbesitz. „Ich habe sogar noch ein paar Yards in Richtung Endzone gemacht, für einen Pick Six hat es aber leider nicht gereicht.“ Was ein Pick Six ist, wollen Sie wissen? Ein Touchdown, der direkt aus einer Interception resultiert.

„Jedes Spiel hat das Potenzial, spannend zu werden“, weiß Julia Hable, neben ihrer Spielerkarriere noch als Nachwuchstrainer bei den Mostviertel Bastards aktiv. „Und manchmal hast du einen schlechten Tag. Zum Glück war das im Finale nicht der Fall.“