Kienberger will sein Hobby bekannt machen. Nach zwei ÖM-Medaillen will Walter Geringer sein Hobby bekannt machen.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 25. Februar 2020 (05:35)
Harter Hund. Walter Geringer nahm seine beiden Medaillen kurzerhand mit ins (extrem) kühle Nass.
privat

Sehr aufmerksame Leser der NÖN Erlauftal können mit dem Namen Walter Geringer vielleicht etwas anfangen. Der Kienberger war früher recht erfolgreich im Schlittenhundesport unterwegs und hat sich damit immer wieder in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit gearbeitet. „Jetzt habe ich nur noch eine 14-jährige Huskydame, die natürlich schon längst in Pension gegangen ist“, erzählt er. „Und seit Kurzem darf ich meinen Ruhestand ebenfalls genießen.“ 

Früher im Bach, heute im See

Walter Geringer wäre aber nicht Walter Geringer, würde er deshalb sportlich kürzertreten. Die mageren Schneeverhältnisse verunmöglichen ihm gerade allerdings die Ausübung seiner liebsten Wintersportarten. Wie gut, dass Geringer vor Kurzem sein Diplom als Schwimmlehrer gemacht und in Zuge dessen ein paar Leute kennengelernt hat, „die dem Eisschwimmen frönen. Zur Regeneration nach harten Trainings habe ich schon früher im Bach hinter meinem Haus gebadet, also musste ich das natürlich ausprobieren.“

„Ich konnte meine Beine kaum mehr bewegen, geschweige denn einen annehmbaren Beinschlag ausführen.“ Walter Geringer

Geringer war sofort Feuer und Flamme. Seinen ersten Versuch unternahm er vor Kurzem im Lunzer See. Wassertemperatur: Geschätzte vier Grad. Als geübter Triathlet ist es der Kienberger gewohnt, in dem ohnehin nicht gerade badewannenwarmen Gewässer auch Strecken von vier Kilometern abzuspulen. „An diesem Tag war aber nach 200 Metern Schluss.

Ich konnte meine Beine kaum mehr bewegen, geschweige denn einen annehmbaren Beinschlag ausführen“, schildert er im Gespräch mit der NÖN Erlauftal. Dennoch brachte ihn sein sportlicher Ehrgeiz dazu, sich bei den österreichischen Meisterschaften anzumelden. Die gingen am 15. Februar in Altenwörth über die Bühne. Und Geringer schaffte es prompt aufs Stockerl. Zweimal. Über 50 Meter wurde es die Silber-, über 100 Meter die Bronzemedaille in seiner Altersklasse 50+.

Auf der Suche nach Gleichgesinnten

Seine neu entdeckte Leidenschaft möchte der Jung-Pensionist nun mit so vielen Gleichgesinnten wie möglich teilen. „In den nordischen Ländern wird diese Sportart schon lange ausgeübt. In Österreich hat sie auch ihre Anhänger, die sind aber eher in Wien Umgebung, Linz und Salzburg zu finden. Deshalb möchte ich einen Verein gründen“, zeigt sich Geringer motiviert. Erlaubt ist dabei, was gefällt. „Vom Kneippen über Eisbaden bis zum Eisschwimmen. Danach zum Aufwärmen Walken, Spazieren, Laufen. Wie es beliebt“, erklärt der Kienberger. „Der Lunzer See wäre ideal dafür.“

Wichtig dabei: „Die Absprache mit einem Arzt oder noch besser, einem Sportmediziner, ist unbedingt notwendig.“