Himmel voller Ballone in Wieselburg. Überwältigender Besucheransturm bei der „Nacht der Ballone“. LM-Silber für Simoner.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 20. August 2019 (05:50)
mostviertelballooning

„Das schreit definitiv nach einer Wiederholung.“ Andreas Simoner, Obmann des Ballonsportvereins Mostviertel, Lokalmatador und Neo-Vize-Landesmeister schwebte vergangenen Sonntag auf Wolke sieben. Hinter ihm und seinem Team lagen fünf Tage voller Adrenalin, Herausforderungen und Glücksgefühlen.

Johann Wickenschnabel
Der Lokalmatador. Andreas Simoner holte vor seiner Haustür den Vize-Landesmeistertitel.

Dabei lief es aus sportlicher Sicht gar nicht unbedingt optimal für Simoner. Wieselburg war Schauplatz der 38. Österreichischen Heißluftballon-Staatsmeisterschaft und der Niederösterrechischen Landesmeisterschaft. „Nach der ersten Fahrt war leider schon klar, dass es mit dem Staatsmeistertitel nichts werden würde“, blickte Simoner etwas zerknirscht zurück. Der Titel ging schlussendlich an den Kärntner Daniel Kusternigg. Helmut Pöttler und Thomas Kindermann-Schön komplettierten das Stockerl.

Ein Stockerlplatz vor der Haustür

Immerhin holte sich der Braustädter in seiner Heimatgemeinde den Vize-Landesmeistertitel. Gold holte an Christoph Fraisl, Michael Abel wurde Dritter.

Warum konnte der Lokalmatador nicht in den Kampf um den Staatsmeistertitel eingreifen? „Die Doppelbelastung als Veranstalter und Teilnehmer war einfach zu groß“, versucht Simoner zu erklären. „Dadurch habe ich leider meinen Fokus etwas verloren.“ Angesichts des Monster-Programms, das da vergangene Woche in der Braustadt über die Bühne gegangen ist, durchaus verständlich. Sechs der geplanten sieben Fahrten konnten durchgezogen werden. Lediglich am Freitag machte das Wetter den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Womit das Organisationsteam rund um Veranstaltungsleiter Robert Berger auch nicht gerechnet hatte: Der Besucher-Ansturm war enorm. Besonders am 15. August.

Johann Wickenschnabel

Da stand nämlich die „Nacht der Ballone“ auf dem Programm. „Im Vorfeld hatten wir mit gut 300 Besuchern gerechnet“, schildert Simoner. „Wenn‘s gut geht 500.“ Am Ende waren es über 2.500. „Ein Wahnsinn“, frohlockt der Obmann.

„Das hatte schon Festival-Charakter. Die Leute waren begeistert. So etwas hat es in unserer Region noch nicht gegeben.“ Der Ansturm war derartig groß, dass nach zwei Stunden bereits das Essen aus war. „Da sind wir etwas überrascht worden“, gestand Simoner lächelnd. „Dank des enormen Einsatzes unserer Helfer und unserer Zulieferer haben wir aber nachlegen und die kulinarische Versorgung der Besucher bis zum Schluss gewährleisten können.“

Eine Sache ärgerte den erfahrenen Ballonsportler dann aber doch. Medienberichten zufolge kam es im Rahmen der Wettkämpfe zu einem Absturz, bei dem sich mehrere Menschen verletzt haben. „Das stimmt so aber nicht“, stellt Simoner klar. „Ja, ein Teilnehmer hat sich den Fuß gebrochen. Das passierte aber, als er nach einer perfekten und weichen Landung aus dem Korb gesprungen ist. Hier von einem Absturz zu reden ist einfach falsch.“