Frisch verliebt zur WM. Interview / Die Göstlingerin Kathrin Zettel freut sich ganz besonders auf das bevorstehende sportliche Großereignis in Schladming. Auch im Privatleben läuft es momentan sehr gut.

Erstellt am 05. Februar 2013 (00:00)
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NOEN, ANTONIO BAT (EPA)
Von Gerlinde Metzinger

Der 4. Februar 2013 ist der Eröffnungstag der Ski-Weltmeisterschaft in Schladming. Bei der Super-Kombination am Freitag, 8. Februar, hat die Göstlingerin Kathrin Zettel ihren ersten Auftritt auf den steirischen Pisten. Über die letzten Weltcuprennen, das Ausscheiden in den Slaloms und über ihre Vorbereitung für die Weltmeisterschaft sprach Kathrin Zettel mit NÖN-Mitarbeiterin Gerlinde Metzinger. Außerdem erzählt sie vom neuen Mann an ihrer Seite.
 

NÖN: Mehr als die Hälfte der Weltcuprennen ist vorbei. Wie geht es Dir gesundheitlich?

Kathrin Zettel: Danke, mir geht es sehr gut. Mit dem Knie habe ich gar keine Probleme und die Hüfte spüre ich nur manchmal minimalst.
 

NÖN: Du bist in der laufenden Saison viermal im Slalom ausgeschieden. Was ging in Dir vor?

Zettel: In Levi hatte ich Pech mit der Stange, die mir auf den Helm geschlagen ist. In Are war ich selbst schuld, weil ich zu direkt gefahren bin. In Zagreb war ich gesundheitlich nicht fit und in der Flachau wollte ich einfach zu viel. Es geht nur über Vollgas und man muss riskieren. Das ist mein Ziel. Im Slalom entscheiden oft Millimeter.


NÖN: Wann hast Du die Entscheidung getroffen, nicht zum City Event nach Moskau zu fliegen?

Zettel: Nach dem Rennen in der Flachau. Das wäre Stress pur für mich gewesen und außerdem ist es dann doppelt bitter, wenn man mit so einem großen Aufwand in der ersten Runde ausscheidet.


"Ich versuche mich noch besser auf meine Sachen zu fokussieren"

 

NÖN: Nach dem Heimrennen hattest Du auch eine intensive Behandlung um das Problem mit Deinen Nebenhöhlen wieder in den Griff zu bekommen. Außerdem hast Du Dich mit Deinem Mentalbetreuer Valentin Hobel getroffen. Woran hast Du mit ihm gearbeitet?

Zettel: Vor allem an meiner Einstellung. Ich versuche mich noch besser auf meine Sachen zu fokussieren, aber dabei nicht unter Druck zu kommen. Es geht mir viel besser dadurch. In Marburg habe ich das gleich ausprobiert und die Umsetzung ist mir sehr gut gelungen. Das Rennen selbst war in Ordnung. Ich habe mich nach einer intensiven Trainingswoche nicht gut gefühlt, aber trotzdem das Beste daraus gemacht.
 

NÖN: Nach dem Weltcuprennen in Marburg steht nun die Weltmeisterschaft in Schladming vor der Tür. Was ruft das in Dir hervor?

Zettel: Wenn ich daran denke, geht es mir sehr gut und ich bin voller Freude. Es ist lässig und ich denke, dass es eine große Ehre für mich ist, dabei zu sein. Die Chance haben nicht viele Sportler, speziell bei einer Heim-Weltmeisterschaft zu starten. Ich glaube, dass es meine einzige Heim-WM sein wird - und da für Österreich zu fahren, ist sehr cool.


Zum 2. Teil des Interviews über ihr Training und den neuen Mann an ihrer Seite.

NÖN: Wie bereitest Du Dich auf dieses Highlight in der Saison 2012/13 vor?

Zettel: Ich bin gerade auf dem Weg nach Wien zu Heini Bergmüller (Mittwoch, 30. Jänner, Anmerkung der Redaktion). Heini wird sich mit einem Rundumcheck ein Bild machen und meine Belastungskurve anschauen, wie sie sich verändert hat. Hinsichtlich der WM wird er dann das Trainingsprogramm gestalten. Danach stehen jeweils ein Tag Super-G und Abfahrt auf dem Programm. Ich fahre dann noch einmal nach Hause und werde am Eröffnungstag wieder in Schladming sein.
 

NÖN: Du wirst die Super-Kombi, den Riesentorlauf und den Slalom bestreiten. Welche Ziele hast Du Dir gesetzt?

Zettel: Ein ganz klares Ziel ist eine Medaille. In welcher Disziplin ist schwer zu sagen, aber die Chancen sind vor allem im Riesentorlauf und im Slalom realistisch - wobei mir da völlig egal ist, in welcher Disziplin mir eine Medaille umgehängt wird.


"Er heißt Kurt und kommt aus der Steiermark"
 

NÖN: Du wirkst sehr entspannt und ausgeglichen. Kann es sein, dass dieser Zustand etwas mit dem neuen Mann an Deiner Seite zu tun hat?

Zettel: (lacht) Ja, es stimmt, ich habe einen neuen Freund. Er heißt Kurt und kommt aus der Steiermark. Ich habe einen ganz, ganz lieben und verständnisvollen Partner gefunden. Wir haben uns über Facebook kennengelernt. Es gibt mir sehr viel positive Energie, wenn ich jemanden an meiner Seite habe, der mich beflügelt.
 

NÖN: Ich danke Dir für das Gespräch und wünsche Dir für die Weltmeisterschaft alles Gute.

Zettel: Gerne und vielen Dank.
 



Zur Person
• Kathrin Zettel, geboren 5. August 1986 in Scheibbs. Wohnort: Göstling. Größe: 1,67 m. Gewicht: 63 kg. Ski: Atomic. Schuhe: Atomic. Verein: SC Göstling.
• Größte Erfolge: Bei vier WM-Teilnahmen: Gold Super Kombi 2009 Val d‘Isere, Silber Slalom 2011 Garmisch und Teambewerb 2005 Bormio. Weltcup: 9 Siege (7 im Riesentorlauf, 2 im Slalom). Saison 2012/13: ein Sieg (Slalom), vier 2. Plätze (1 SL/3 RTL), ein 3. Platz (Super Kombi)
• Homepage: www.kathrin-zettel.at