„Fußball? Uninteressant“. Über Alexander Hajek spricht nach seinem Sieg bei der „Jugendrundfahrt Oststeiermark“ aktuell ganz Radsport-Österreich. Die NÖN bat ihn zum Interview.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 03. September 2019 (02:47)
Titzer/derfotograf.at
Der Leader. Der Scharndorfer Alexander Hajek (r.) ist momentan in bestechender Form.

Selbst Peter Sagan hat sich damals daran die Zähne ausgebissen. Und der ist heute immerhin dreifacher Weltmeister. Die „Jugendrundfahrt Oststeiermark“ gehört zu den größten Nachwuchs-Radrennen Europas. Alexander Hajek hat sie gewonnen.

Gemerkt, dass was geht, hat der 16-Jährige nach dem zweiten Renntag. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den Prolog und die erste Etappe für sich entschieden. „Mein Ziel war eigentlich ein Platz unter den besten zehn“, erzählt er im Gespräch mit der NÖN Erlauftal. Dass es dann für den ganz großen Coup geklappt hat, ist „natürlich ein Wahnsinn“.

Der Papa hat es schon immer gewusst

Der Radsport wurde dem Scharndorfer, wie man so schön sagt, in die Wiege gelegt. „Mein Vater ist früher selber viel gefahren. Aber nicht auf Profi-Niveau, sondern aus Spaß.“ Dass sich Papa Hajek in der Materie dennoch gut auskennt, zeigt der Umstand, dass er das Talent seines Sohnes früh erkannt und gefördert hat. „Ich habe mit vier Jahren begonnen, wettkampfmäßig zu laufen“, schildert der hochtalentierte Youngster. „Danach ging es weiter zum Triathlon. Schon damals hat mein Vater gemeint, dass der Triathlon mich auf den Radsport vorbereiten soll“. Das hat bestens funktioniert.

Heute trainiert der 16-Jährige sechs Mal in der Woche. Zehn bis 14 Stunden. In der Südstadt. Im Winter kommt zusätzliches Krafttraining dazu. Das langfristige Karriereziel ist klar: Profi. Für andere Sportarten war in Alexander Hajeks Leben selten Platz. Gestört hat ihn das keineswegs. „Fußball hat mich eigentlich überhaupt nie interessiert.“

Teamwork makes the Dream work

Was ihn am Radsport fasziniert? „Die Zusammenarbeit, das Teamwork. Dass man gemeinsam etwas erarbeitet, das taugt mir sehr.“ Für Laien vermutlich eine überraschende Aussage, stehen beim Giro, der Vuelta oder der Tour de France doch stets die Einzelkämpfer im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dass die ohne ihre Teamkollegen aber niemals Erfolge hätten feiern können, geht dabei unter.

Alexander Hajek fährt seit Beginn dieser Saison für den ARBÖ RC Steiner Shopping Purgstall. Zu den Erlauftalern gebracht hat ihn sein ehemaliger Teamkollege Clemens Viehberger. Der ist ebenfalls neu in den Purgstaller Reihen. Beide waren früher Teil der NÖ Radunion, die sich nach der Saison 2018 aber dazu entschlossen hat, die Nachwuchsmannschaften aufzulösen und nur noch ein Elite-Team zu unterhalten. Viehberger zog es als Ersten ins Erlauftal, wenig später lotste er seinen Kollegen zum RC.

Drei Großereignisse hält dieses Jahr für Alexander Hajek noch parat. Die österreichische Kriterium-, die Bahn- und die Bergmeisterschaft. Die Zielsetzungen sind ambitioniert. „Das Kriterium will ich auf alle Fälle gewinnen. Auf Bahn und Berg soll es so weit wie möglich nach vorne gehen.“ Utopisch ist das ganz und gar nicht. „Ich bin momentan ganz gut in Form“, findet Hajek. Das darf man mit Fug und Recht behaupten, wenn man etwas vollbringt, woran sich Peter Sagan die Zähne ausgebissen hat.