Olympia 2021: Stefan Fegerl hofft auf Durchführung. In Japan wächst eine Abneigung gegen Olympia wegen Corona. Stefan Fegerl hofft, dass nicht abgesagt wird.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 19. Mai 2021 (02:59)
Tischtennis
Stefan Fegerl und Sofia Polcanova zählen im Mixed zu den Medaillenhoffnungen. Jetzt bangen sie aber neuerlich um Olympia.
Fotos: Franz Krestan
Franz Krestan

Erst vorige Woche konnte sich Stefan Fegerl über das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio freuen – er wäre ja auch für den ersten, coronabedingt abgesagten Versuch qualifiziert gewesen. Nun wird die Skepsis der Japaner gegenüber der Spiele im eigenen Land trotz schlimmer werdender Pandemie-Situation aber immer größer. Auch Ärzte warnen seit Wochen vor der Austragung der Spiele. Muss der Unterlembacher um Olympia bangen?


In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo News unter der japanischen Bevölkerung sprachen sich zuletzt 59,7 Prozent der Befragten für eine neuerliche Absage aus. Immerhin 25,2 Prozent waren dafür, die Spiele ohne Publikum abzuhalten. Dass die Mehrheit der Japaner die Spiele ablehnen zeigte sich auch in einer Petition mit mehr als 350.000 Unterschriften.

„Ich bin schon optimistisch, dass Olympia heuer durchgezogen wird.“Stefan Fegerl

Der Schutz des Lebens der Menschen vor dem Coronavirus und nicht Olympia müsse oberste Priorität haben, wird darin gefordert.
Die Sorgen der Bevölkerung könne er verstehen, sagt Stefan Fegerl, der im Mixed-Doppel mit Sofia Polcanova zu den Medaillenhoffnungen des ÖTTV zählen: „Die Menschen haben Bedenken, dass durch die Spiele das Virus dadurch noch stärker ins Land gebracht wird. Da kommen Sportler und Betreuer aus der ganzen Welt nach Japan.“ An eine Absage glaubt er allerdings nicht: „Ich bin schon optimistisch, dass Olympia heuer durchgezogen wird. Da hängt so viel dran, da steckt so viel jahrelange Planung dahinter.“ Nachsatz: „Aber sicher bin ich mir auch nicht.“


In Japan ist die Corona-Situation derzeit angespannt. Die offizielle Sieben-Tage-Inzidenz erreichte Ende voriger Woche den höchsten Stand seit Anfang Jänner. Der Corona-Notstand wurde auf drei weitere Regionen ausgeweitet. Ein für 17. und 18. Mai geplanter Besuch von IOC-Präsident Thomas Bach musste deshalb verschoben werden.

Absage wäre schade

„Es wäre schade, wenn schon wieder abgesagt werden würde“, macht sich Fegerl indes Gedanken. „Du arbeitest jahrelang auf dieses Ereignis hin, bereitest dich vor, versuchst, dich zu qualifizieren, trainierst darauf hin.“ In Fegerls Fall noch bitterer, macht er doch gerade sehr große Fortschritte bei der Rehabilitation von einem Nervenleiden in der Schlaghand.