Eric Damböck dreht international auf. St. Veiter Ausnahmetalent war mit sechs Toren der Topscorer beim Fivers-Sieg über Toulouse.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 25. November 2020 (01:21)
Flügelspieler Eric Damböck hat in der bisherigen Saison einen weiteren großen Leitungssprung zeigen können und gegen die Franzosen einen „Traumtag“.
privat

Die Fivers Margareten haben am dritten Spieltag der EHF European League für eine große Überraschung gesorgt. Die Wiener setzten sich am Dienstag in der heimischen Hollgasse gegen den französischen Topclub Fenix Toulouse mit 37:32 (17:15) durch und feierten nach zwei Niederlagen den ersten Sieg überhaupt in diesem Bewerb.

Herausgestochen hat bei diesem Spiel vor allem Toptalent Eric Damböck. Der 21-jährige Wiesenfelder war mit sechs Treffern zusammen mit Tobias Wagner der Topscorer der Fivers, die heuer erstmals nach zehn Jahren wieder im Europacup vertreten sind.

Nach der klaren Abfuhr beim polnischen Vertreter Wisla Plock (23:32) und einer knappen 30:32-Niederlage gegen Medwedi Tschechow aus Russland gelang den Margaretnern im dritten Anlauf nun der erste Sieg. Für die bisher ungeschlagene Mannschaft von Toulouse war die Pleite im fünften Wiener Gemeindebezirk zugleich die erste in der laufenden Gruppenphase. Die Franzosen verloren damit auch die Tabellenführung an Wisla, dass bei Tschechow knapp mit 28:27 gewinnen konnte.

In Wien fiel die Vorentscheidung gegen Ende einer stets ausgeglichenen ersten Hälfte. Die Mannschaft von Trainer Peter Eckl setzte sich erstmals um zwei Tore ab und ließ sich die Führung mit einer noch etwas stärkeren zweiten Hälfte nicht mehr nehmen. Damböck und Co. behielten die Nerven und hatten spätestens mit dem 30:26 in der 49. Minute endgültig die Weichen auf Sieg gestellt.

Trainer Eckl lobte seine Mannschaft: „Es war eine ganz tolle Leistung. Glück gehört natürlich auch dazu, aber das haben wir heute, glaube ich, erzwungen. Es war eine tolle mannschaftliche Leistung, und wir haben verdient gewonnen.“

Gratulationen gab‘s von allen Seiten

Ehemalige Spieler, Wegbegleiter, Fans, Partner, Sponsoren, die Politik – der Triumph in der EHF European League schlug danach wahre Wellen. Kein Wunder, ist das 37:32 über Toulouse schließlich auch ein geschichtsträchtiger Erfolg: Es ist der erste Sieg eines österreichischen Vertreters in der Gruppenphase der neuen EHF European League, dem Nachfolgebewerb des EHF Cup. Und es ist der erste Sieg einer österreichischen Mannschaft in der Gruppenphase eines Europacup-Bewerbs seit 13 Jahren!

Die Fivers und ihr Flügelspieler Damböck sind endgültig in Europa angekommen und Europa gratulierte auch prompt. „Uns wurde von überall und über alle Kanäle gratuliert“, erzählt Damböck. Ehemalige Spieler wie Nikola Bilyk, Ivan Martinovic, Vytas Ziura oder Thomas Bauer drückten ihrer Freude persönlich und über die Sozialen Netzwerke aus. „Nachrichten via SMS, WhatsApp oder E-Mail kamen im Sekundentakt herein.“ Und natürlich gratulierten auch alle St. Pöltner „ihrem“ Eric, der in der Jugend der Falken seine Karriere begann, jetzt aber bereits als Eigenbauspieler der Wiener gilt.

Nicht weniger als neun schwere Spiele in der spusu-Liga und in der EHF European League hätten nun eigentlich in den nächsten knapp vier Wochen bis zur Weihnachtspause noch gewartet, doch daraus wird voraus nichts.

Bei einer routinemäßig durchgeführten PCR-Testung der Fivers am Montag schlug ein Test positiv an. Weitere Tests in den kommenden Tagen folgen nun, um eine etwaige Ansteckungskette sofort zu unterbrechen. Das Europacup-Spiel auswärts bei Metalurg Skopje (Dienstag) wurde vorsichtshalber verschoben, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Für Damböck und Co. stehen in der Sechsergruppe jedenfalls noch sieben Partien an, die Top Vier erreichen das Achtelfinale. Die Gruppenphase wird bis Anfang März gespielt.