Polizeiaufgebot bei Manker Derby-Sieg. Nicht weniger als 19 Uniformierte sorgten für Ordnung im Spitzenspiel zwischen Mank und Rivalen Loosdorf.

Von Gerald Götsch und Markus Glück. Erstellt am 16. April 2019 (05:01)
Wickenschnabel
Ausnahmestimmung. Die Loosdorfer Fans zündeten beim Derby ebenso Bengalen wie die Manker.

Blick zurück zum 9. September des Vorjahres: Im Derby trennen sich Loosdorf und Mank 1:1. Nach dem Spiel kommt es zu einigen unschönen Szenen aufseiten beider Fangruppen. Szenen, die auf einem Fußballplatz nichts zu suchen haben.

Im Vorfeld des letztwöchigen Derbys brodelte die Gerüchteküche, so mancher Manker dürfte sich Sorgen um eine mögliche Vergeltungsaktion der Loosdorfer gemacht haben. Hintergrund: Loosdorfer Anhänger machen Manker Funktionäre für das Auffliegen des Skandals um den ASK-Topscorer Alexander Demonjic verantwortlich. Der Bosnier wurde im Herbst vom ÖFB für sechs Monate gesperrt, weil er bei zwei Vereinen gemeldet war (die NÖN berichtete).

Causa Demonjic als Auslöser für Einsatz

Um ein mögliches Konfliktpotenzial zu verhindern und die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten, forderte Mank im Vorfeld des Derbys eine Polizeieinheit an. Was dann kam, überraschte aber alle: 19 Polizisten der Einsatzeinheit marschierten mit Schlagstöcken und Schutzhelmen auf.

„Es gab meines Wissens im Vorfeld ein Gespräch mit der Polizei, dass zwei oder drei Uniformierte zum Spiel kommen. Dass es dann so viele waren, hat uns alle überrascht“, erzählt USC-Trainer Alen Barlov.

Nachgefragt bei Bezirks-Chefinspektor Herbert Oberklammer, ob der Einsatz tatsächlich zweckmäßig war, versucht er zu erklären: „Bei diesen Einsätzen kommt immer eine Einheit zum Einsatz. Es war aber keine Kampfmontur, sondern eine normale Einsatzkleidung, wie sie auch bei Demonstrationen verwendet wird.“

Es zeigte sich aber auch, dass trotz des Aufgebots sogar bei einem Amateurspiel nicht alles verhindert werden kann: So zündeten sowohl Manker als auch Loosdorfer Fans ungehindert Bengalen. Die Kosten für den Polizeieinsatz muss im Übrigen nicht der Heimverein bezahlen, sondern der Steuerzahler.

In sportlicher Hinsicht wurde den über 450 Zusehern im Manker Stadion an diesem Abend ein atemberaubendes und spannendes Spiel geboten. Drei Tore, fünf Ausschlüsse und eine dramatische Schlussphase wurden im Spitzenspiel geboten. Am Ende siegte Mank 2:1. „Es war ein Fußballfest. Mank war abgebrühter und routinierter als wir. Dennoch bin ich stolz auf mein Team und unsere Anhänger“, fasst ASK-Trainer Hans Christian Wieland zusammen. Die Führung durch David Suhajda verwandelte innerhalb weniger Minuten Kresnik Avdulahu per Konter-Doppelpack in ein 2:1 für Mank. Nach der Pause dominierte Kampf, zudem brachte der Unparteiische laut beiden Trainern unnötig Hektik und Farbe ins Spiel.

Fünf Ausschlüsse und vergebener Elfmeter

Insgesamt zeigte Johannes Schachner zehnmal Gelb, dreimal Gelb-Rot und zweimal Rot. „Die Ausschlüsse waren übertrieben und mehr als fragwürdig. Es war kein gehässiges oder schmutziges Spiel“, so USC-Coach Alen Barlov.

In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse: Neben drei Ausschlüssen vergab Loosdorfs Michael Resch vom Elfmeterpunkt (90.). In der 99. Minute (!) knallte ASK-Spieler Simon Bernhard aus kurzer Distanz den Ball über die Latte. „Wenn der Schiedsrichter gerne Karten spielt, sollte er lieber bei Uno, Jolly oder Quartett bleiben“, so der ASK-Trainer abschließend.

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