2. Klassen: Viele Vereine als Verlierer. Die neue Einteilung der drei 2. Klassen in der Hauptgruppe West und die Vorgehensweise des Verbands ärgern die Teams zutiefst. Das Unverständnis ist riesengroß.

Von Michael Bouda, Philipp Haunschmid und Luca Beringer. Erstellt am 23. Juni 2021 (02:34)
Stadion Fußball Symbolbild
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Die Würfel sind gefallen: Bei der Präsidiumssitzung des Niederösterreichischen Fußballverbandes (NÖFV) wurde die neue Einteilung der 2. Klassen der Hauptgruppe West trotz der Einsprüche zahlreicher Vereine wie geplant vollzogen – einzige Änderung zum ersten Entwurf ist der Wechsel der USG Alpenvorland in die 2. Klasse Yspertal statt Ybbstal (siehe Infobox rechts).

Doch gerade bei der USG sieht man die Änderung durchaus positiv: Obmann Markus Wippel erklärt: „Wir sind sehr froh, dass wir jetzt in der 2. Klasse Yspertal spielen und in die 1. Klasse West/Mitte aufsteigen würden. Das war uns sehr wichtig. Dass es nun eine 15er-Liga ist, ist für uns auch okay.“

Teams sind gegen neue Einteilung

Die Vergrößerung der einzelnen Ligen stößt allerdings auf großen Widerstand in der Region. Vor allem aufgrund der Witterung – viele Teams werden im November kaum noch ein Heimspiel austragen können – sind die Teams gegen die neue Einteilung. Dazu kommt die steigende Belastung durch mehr Spiele und Trainings für die Kicker. Auch finanziell wird es mit 15 Ligateams schwieriger.

„14 Vereine wären das absolute Maximum gewesen, aber 15 ist eindeutig zu viel. Aus so vielen verschiedenen Gründen ist diese Einteilung ein Wahnsinn“, ärgert sich Yspertals Sektionsleiter Gerald Schwaiger-Götsch. Damit spricht er zahlreichen Vertretern aus der 2. Klasse Yspertal aus der Seele.

„Bei uns in Erlauf kann man sicher länger spielen. Aber alleine aus Sicht der Witterung wird es bei vielen Vereinen sehr schwierig, daher verstehe ich die Klasseneinteilung absolut nicht“, sagt Erlaufs Sektionsleiter Dominik Kaufmann.

Auch 2. Klasse Ybbstal großteils unzufrieden

Auch ob alle Mannschaften alle Spiele mit Kampfmannschaft und Reserve austragen können werden, bleibt zu bezweifeln. Denn dafür bräuchten alle Teams einen großen Kader, den viele schlichtweg nicht haben.

Doch nicht nur in der 2. Klasse Yspertal sind die Vereine alles andere als begeistert von der neuen Klasseneinteilung, auch die Vereine in der 2. Klasse Ybbstal sind unzufrieden. Nach dem Protest aus der Vorwoche (die NÖN berichtete) wurde es für die Vertreter nicht wirklich besser.

Helmel: Ein Team weniger ist gleiche Grundproblematik

Unter anderem der ASKÖ Lunz zeigt sich sehr unzufrieden. Obmann Thomas Helmel sieht die Einteilung als eine Verhöhnung: „Mit nur einem Team weniger ändert sich nichts an der Grundproblematik. Die Spielwochenenden bleiben gleich“, und der Lunzer Obmann fügt hinzu: „Für Vereine wie Lunz geht es schlichtweg um die Existenz.“

Doch nicht nur die neue Einteilung ärgert die Vereine aus den beiden 2. Klassen, auch die Vorgehensweise des Verbands lässt die Vereine den Kopf schütteln. Die Vereine wurden mit der Einteilung nämlich vor vollendete Tatsachen gestellt und die zahlreichen Einsprüche und Proteste brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Zehn der zwölf Vereine hatten sich in der 2. Klasse Yspertal gegen die Einteilung ausgesprochen. In der 2. Klasse Ybbstal waren laut dem Protestschreiben alle Vereine dagegen. Die einzigen Vereine in der Yspertal-Klasse, die sich nicht dagegen entschieden haben, waren Leiben und Emmersdorf. Emmersdorfs Sektionsleiter Clemens Leimer erklärt: „Ich finde, dass man sich die Einteilung ruhig ein Jahr anschauen kann.“