Poysdorf war im Retro-Look. Die beliebte Klassiker-Ausfahrt fand heuer in der Weinstadt statt – mit Teilnehmern aus aller Welt und Oldie-Stars.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 19. Juni 2019 (01:20)

Zum siebenten Mal wurde am Sonntag die beliebte Klassikerausfahrt „In Velo Veritas“ im Weinviertel ausgetragen. Start und Ziel befanden sich diesmal zum ersten Mal in der Weinstadt Poysdorf. Mit dabei waren auch Radsport-Legenden der 70er- und 80er-Jahre und natürlich Räder der Vergangenheit bis zum Jahr 1986 und älter.

Bei der Ausfahrt standen drei Faktoren im Mittelpunkt, erklärt Mit-Organisator Horst Watzl: „In erster Linie geht es um die Fahrt und das Erlebnis, mit einem klassischen Rennrad die Gegend zu durchstreifen.“ Ob schnell oder langsam spielt dabei keine Rolle, es gibt keine Zeitnehmung. „Zweitens möchten wir den Rennmaschinen aus vergangenen Zeiten eine Bühne geben, und drittens freuen wir uns, wenn sich möglichst viele Menschen im Weinviertel wohlfühlen – sportlich und kulinarisch.“ Deshalb wurden die Strecken auf wenig befahrenen Nebenstraßen geführt. Drei Distanzen boten für jeden Anspruch etwas: 70 Kilometer für die genussvollen Radler, 140 und 210 km fordern schon entsprechendes Durchhaltevermögen.

Einer war schon 1950 bei Rundfahrt dabei

„Jedes Jahr wieder neue Routen anzubieten, ist eines der Markenzeichen von In Velo Veritas“, verrät Watzl. Im Gegensatz zu vergleichbaren Veranstaltungen wird bewusst auf Entschleunigung gesetzt.

Und es gab auch eine Premiere: Erstmals gab es im Rahmen von „In Velo Veritas“ ein eigenes Zeitfahrrennen. Das ermöglichte die lokale Radinitiative „RadWerk“ rund um Markus Reidlinger. Diese Histo-Wertung lockte auch ehemalige Radsport-Legenden ins Weinviertel, unter anderem den vierfachen Glocknerkönig Rudi Mitteregger, Hans Lienhart und Willi Lauscha vom ehemaligen österreichischen Nationalteam oder auch Kurt Schneider. Letzterer war mit 87 Jahren auch der „Oldie“ im Feld. Schneider war bereits 1950 (!) bei der Österreich-Radrundfahrt am Start, wo er den dritten Platz holte.

Insgesamt waren Teilnehmer aus 18 Nationen nach Poysdorf gekommen. Erstmals waren auch zwei Chinesen mit dabei. Großartig war der starke Frauenanteil von knapp 25 Prozent.