Hypo in Laune für „Nimm2“. Hypo-Coach Feri Kovacs verteilte vor dem Cup-Finale ganz bestimmte Süßigkeit, die auch zur Zielsetzung in der Saison passt.

Von Max Kolodej und Malcolm Zottl. Erstellt am 12. Mai 2021 (01:23)
M. Zottl

Unmittelbar vor dem Anpfiff des Cupfinales gegen Atzgersdorf zauberte Hypo-Trainer Feri Kovacs eine Handvoll „Nimm2“-Bonbons hervor, verteilte diese unter Betreuern und Funktionären. „Das ist eine Tradition von mir. Das hilft gegen die Nervosität und ist besser als Rauchen“, scherzt der Coach. Gute Nerven brauchten auch alle jene, die es mit Hypo hielten. Nach einem Vier-Tore-Rückstand in der ersten Hälfte wurde aus der Sicht der Südstädterinnen doch noch alles gut. Hypo holte nach der Aufholjagd und dem 27:25-Erfolg den insgesamt 31. Cuptitel.

„Nimm2“ bleibt damit auch das Saison-Motto der Hypo-Damen. Der erste Teil ist mit dem Cuptriumph erledigt, jetzt wollen die Kovacs-Damen mit der Meisterschale auch den zweiten nationalen Pokal mit nach Hause nehmen, über das erste Double seit 2016 jubeln.

Hypo-Coach Feri Kovacs verteilte vor dem Cupfinale mit einem Grinser im Gesicht Nimm2-Bonbons – zur Nervenschonung für alle in der Halle, die es mit Hypo halten.
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2017 und 2018 schnappten die MGA Fivers, beziehungsweise Stockerau die Cup-Trophäe weg. 2020 funkte Corona dazwischen und 2019 stieß Atzgersdorf Hypo in der Meisterschaft vom Thron. Als Revanche für den Verlust der Meisterschaft sieht Kovacs den Cuptitel noch nicht: „Diese Revanche ist uns erst gelungen, wenn wir die Meisterschaft holen“, will Kovacs endlich wieder beide Titel holen.

Dennoch ist die Bedeutung des Cuptitels eine ganz besondere. „Vor allem nach der abgebrochenen letzten Corona-Saison bedeutet das wirklich viel für uns alle“, sagte Kreisläuferin Stefi Kaiser unmittelbar nach der Partie. Kaum jemand zweifelt daran, dass sich Hypo und Atzgersdorf auch im WHA-Finale gegenüberstehen. Welche Aufschlüsse die Cup-Begegnung in Hinblick auf das große Saisonfinale geben?

Dass Hypo viele Gegner in Österreich im Vorbeigehen schlägt, aber nicht Atzgersdorf. Denn mit dem 9:12-Rückstand zur Pause waren die Südstädterinnen eigentlich noch gut bedient. „In der Anfangsphase waren sie eine Klasse besser als wir. Von der Leistung her war es zur Pause vielleicht sogar ein zu knappes Ergebnis“, war Trainer Kovacs nach den ersten 30 Minuten nachdenklich.

Dass Atzgersdorf energetisch alles auf dem Feld lässt, jedes Tor bejubelt, als wäre es das entscheidende und einfach noch einmal richtig Lust darauf hat, Hypo noch einmal einen Pokal vor der Nase wegzuschnappen. „Sie sind motivierter und aggressiver in die Partie gekommen und haben uns am falschen Fuß erwischt“, zollte auch Kovacs den Atzgersdorferinnen Respekt.

Dass Hypo aber das bessere Kollektiv hat, mit einer konzentrierten Leistung über Atzgersdorf zu stellen ist. So gaben Mirela Dedic und Co. nach der erstmaligen Führung (18:17) den Vorsprung nicht mehr aus der Hand: „Dann war es das gleiche Spiel wie in der ersten Hälfte, nur mit anderen Vorzeichen. Die Atzgersdorferinnen wurden nervös und haben ähnliche Fehler gemacht wie wir in der ersten Hälfte“, anaylsiert Kovacs.

Dass Atzgersdorf momentan mit Johanna Reichert (13 Tore) allerdings die beste Einzelspielerin der Liga hat, sie gilt es in den Griff zu kriegen. Kovacs: „Jedes Spiel beginnt von null. Die Tagesverfassung einzelner Spielerinnen wird entscheidend sein.“