Toni Messeritsch: Wunderkind am Wasser. Toni Messeritsch (14) gehört zu den weltbesten Seglern in seiner Altersklasse. Mit der NÖN sprach er über seine Passion, seine Reisen, die Segel-Theorie und die schwere Zukunft.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 21. August 2019 (02:15)
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14 Jahre ist Toni Messeritsch gerade einmal alt. Während andere Buben in seinem Alter von der großen Fußball-Karriere träumen, segelt der Perchtoldsdorfer über die Weltmeere – und das höchsterfolgreich. Drei WM-Teilnahmen hat der Niederösterreicher schon zu Buche stehen. Die erste absolvierte er im zarten Alter von elf Jahren.

Zuletzt war Messeritsch bei der Optimist-WM in Antigua im Einsatz und ersegelte Platz 14 – 259 Teilnehmer aus 65 Ländern waren am Start. In zwei Regatten landete der Schüler des Sportgymnasiums Maria Enzersdorf sogar am Podium (Zweiter, Dritter). „Ich habe schon gewusst, dass ich unter die Top 30 kommen kann, aber mit Platz 14 hätte ich wirklich nicht gerechnet“, gesteht der Teenager.

„Am Anfang noch Herumdümpeln im Hafenbecken und mit Knoten üben, später dann immer professioneller.“ Toni Messeritsch über seinen Werdegang.

Kurz nach der WM gab es den nächsten Erfolg. Beim stark besetzten Ora Cup am Gardaseee wurde Messeritsch Zweiter, ließ damit 477 Konkurrenten hinter sich. Die Erfolge kommen nicht von ungefähr, der Perchtoldsdorfer ist quasi am Segelboot herangewachsen. Vater Wolfgang war passionierter Segler. Mit fünf Jahren besuchte der Junior die Jugend-Wochen im burgenländischen Breitenbrunn am Neusiedlersee. Beim dortigen Yachtclub hat er bis heute seine Segelheimat. „Dort lernt man das Segeln echt gut. Am Anfang noch mit Herumdümpeln im Hafenbecken und mit Knoten üben, später dann immer professioneller“, erzählt Messeritsch.

Doch oft ist er nicht zu Hause. Gerade im Frühjahr sind jedes Wochenende Regatten oder Trainingseinheiten in Slowenien oder Italien angesagt. Für die Schule lernt Messeritsch meistens während der Autofahrten. Das Reisen mache aber auch den Reiz des Segelns aus. „Man sieht die Welt. Segelt immer an einem anderen Ort.“ Auch die Sommerferien verbringt das Nachwuchstalent zu einem Großteil am Wasser, der NÖN-Anruf am Dienstag ereilte den Teenager bei seinen Großeltern am Mondsee.

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Doch Segler trainieren nicht nur am Wasser. Neben der körperlichen Fitness sind Taktik und theoretisches Wissen von enormer Bedeutung. Dieses Wissen muss dann am Wasser umgesetzt werden. „Man muss erkennen, wo der beste Wind ist“, skizziert Messeritsch: „Mit der Zeit lernt man, das an den Böen am Wasser zu erkennen“, verrät er weiter. Wer eine Regatta auf den vorderen Rängen beendet, entscheidet sich oft schon am Start – der mache laut Messeritsch bis zu 70 Prozent aus. Wer sich an der Startlinie auf der falschen Seite mit schwächerem Wind positioniert, hat schon verloren.

Ob Messeritsch diese taktischen Spielchen auch mal bei Olympia oder Erwachsenen-WMs spielen wird, ist allerdings nicht gewiss. „Ob ich mit Segeln versuche, mal mein Geld zu verdienen, lasse ich mir noch offen“, sagt Messeritsch. Obwohl Segeln zu den erfolgreichsten heimischen Sommersport-Sparten zählt, ist „eine Karriere sehr schwer zu finanzieren“, gibt sich Messeritsch keinen Illusionen hin. Bis diese Entscheidung getroffen werden muss, ist aber noch ein wenig Zeit – und bis dahin will der junge Perchtoldsdorfer jedenfalls weiterhin die Weltmeere erobern.