Cup-Aus mit bitterem Beigeschmack. In einem mitreißenden Viertelfinal-Cupduell verließen die Kremser zum dritten Mal in dieser Saison gegen die Fivers als Verlierer das Parkett. Der hauchdünne 28:27-Erfolg der Wiener hatte jedoch einen ganz bitteren Beigeschmack, denn das Siegestor durch David Brandfellner hätte nicht zählen dürfen.

Von Bert Bauer. Erstellt am 26. Februar 2020 (11:23)

ERBER UHK KREMS – FIVERS MARGARETEN 27:28 (14:13)

Aber zuerst der Reihe nach. Die Wachauer starteten alles andere als optimal in die Partie, hatte im gebundenen Angriffsspiel größte Probleme, den Fivers-Deckungsverband zu knacken und lagen nach 13 Minuten mit 4:7 zurück.

Danach verletzte sich Gabor Hajdu nach einem Zweikampf mit Margaretens Shooting-Star Lukas Hutecek. Der Ungar zog sich dabei einen doppelten Bruch des Ringfingers zu. Ihm droht eine Operation und eine längere Zwangspause. Dennoch verstärkte der Abwehrrecke danach noch den UHK in der Defensive. Der Titelverteidiger matchte sich aber bis zur Pause ins Match zurück und schien auch nach dem Wechsel schön langsam die Oberhand zu gewinnen.

Kremser von Göttin Fortuna im Stich gelassen

Beim Stand von 18:14 (35.) deutete bereits alles auf ein Ende des Fivers-Heimkomplexes hin. Die Wiener steckten jedoch in bekannter Manier nicht auf, ließen sich nicht weiter abhängen und glichen durch Markus Kolar neuerlich aus (22:22), Im Finish wurde es wieder turbulent. Aus Kremser Sicht schmerzte in diese Phase Marko Simeks Lattenknaller von der 7-Meter-Linie beim Stand von 26:26 vier Minuten vor Schluss.

Durch einen fragwürdigen Zweiminuten-Ausschluss von Gabor Hajdu ging Krems bei von 27:27 in die finale Minute. Marko Simek scheiterte anschließend am früheren Kremser Keeper Wolfgang Filzwieser. Im Gegenzug traf David Brandfellner drei Sekunden vor der Schlusssirene zum Siegestor. Bitter für den UHK: der Fivers-Flügelflitzer hatte dabei klar übertreten, der Treffer hätte nicht zählen dürfen, die Partie in die Verlängerung gehen müssen…

Tore Krems: Jakob Jochmann (9/1); Lucijan Fižuleto (6); Gunnar Prokop (5); Thomas Kandolf (3); Fabian Posch (3), Marko Simek (1).

Torschützen Fivers: David Brandfellner (8/1); Vincent Schweiger (5/2); Tobias Wagner (5); Lukas Hutecek (3); Nikola Stevanovic (2); Eric Damböck (2); Markus Kolar (1); Marin Martinovic (1); Fabia Schuh (1).

STIMMEN

Ibish Thaqi (Trainer UHK Krems): „Die Leistung des Referee-Duos war eine Frechheit. Allein schon das Zweiminuten-Verhältnis von zwei Fivers-Zeitstrafen und sechs für uns zeigt deutlich die Tendenz. Der irreguläre Siegestreffer der Gäste war dann der Gipfel der Fehlleistungen.

Fabian Posch (Erber UHK Krems): „Wir machten ein gutes, aber kein perfektes Spiel, sind zum Teil leider auch selber schuld, weil wir noch einen Viertore-Vorsprung vergeigt haben.“

Wolfgang Filzwieser (Fivers): „Es war wieder eine hart umkämpfte Partie, in der sich eigentlich kein Team das Ausscheiden aus dem Bewerb verdient hätte.

David Brandfellner (Fivers): „Abermals eine unheimlich geile Auseinandersetzung. Der dritten Sieg in Serie in Krems in Folge ist für uns unheimlich hoch einzuschätzen. Ein ein unheimlicher Kraftakt, gepaart mit dem Quäntchen Glück, bescherte uns den Final-Four-Einzug.“