Sportunion-Präsident Peter McDonald schlägt Alarm. Peter McDonald spricht von einem Winterschlaf, in dem sich Österreichs Sport in Schulen und Vereinen momentan befinde. Er fordert eine Zukunftskommission, quer durch alle Verbände und Parteien, die sich über die Zukunft des Sports Gedanken machen soll und die ein schrittweises Hochfahren des Sports nach dem Lockdown wieder ermöglicht.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 03. Dezember 2020 (14:11)
Sportunion

Seit Monaten gibt es keinen Sportunterricht an Österreichs Schulen, seit Wochen sind die heimischen Sportvereine zum Nichtstun verdammt. Die Folgen davon sein eklatant, wie Sportunion-Präsident Peter McDonald skizziert. Laut einer Studie hat jeder Fünfte aufgrund der Pandemie-Situation in Österreich zugenommen. Die Auswirkungen seien auf den verschiedenste Ebenen spürbar, hätten Einfluss auf das Bildungs-, Gesundheits- oder Wirtschaftssystem. „Sport ist eben nicht die wichtigste Nebensache der Welt, sondern umfasst alle Lebensbereiche und beeinflusst diese direkt“, so McDonald.  

McDonald in Kontakt mit Vizekanzler Kogler 

Der Sportunion-Präsident wandte sich deshalb persönlich an Sportminister und Vizekanzler Werner Kogler mit dem Vorschlag, eine Zukunftskommission einzurichten: „Wir müssen als Gesellschaft umdenken und die Weichen für die Zukunft jetzt stellen. Österreich muss ein Sportland werden.“ Konkret geht es darum vermehrt in Sportinfrastruktur zu investieren, die vorhandenen Sportstätten vermehrt den Vereinen zugängig zu machen und Kinder- und Jugendliche vermehrt in Bewegung zu bringen. In den nächsten Tagen sollen weitere Gespräche folgen. 

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Kinder mit Bewegungsdefizit 

Kurz- und mittelfristig fordert die Sportunion von der Politik, dass Schulsport und Vereinssport durch eine durchdachte Test- und Impfstrategie rasch und gut vorbereitet wieder hochfahren können. „Kinder brauchen Sport genauso wie Schule. Sobald Unterricht an Schulen für unter 14-Jährige wieder zugelassen wird, sollten Sport und Bewegung für Kinder ebenso wieder ermöglicht werden“, hat McDonald die Empfehlung der Welt-Gesundheits-Organisation im Sinn, die für Kinder eine Stunde Bewegung pro Tag fordert.  

Ehrenamtliche früher impfen 

Puncto Sportvereinen liegen der Sportunion besonders die tausenden Ehrenamtlichen am Herzen, die durch ihren Einsatz bislang bereits die Sportstruktur in Österreich stützten und gerade jetzt in der aktuellen Gesundheitskrise gefragt sein werden. McDonald verweist auf den Internationalen Tag des Ehrenamts am 5. Dezember. „Ihnen gebührt unser aller Dank.“ Der Sportunion-Präsident schlägt auch vor, dass Ehrenamtliche mit einer priorisierten Test- und Impfstrategie früher wieder ihre Tätigkeiten aufnehmen können.