Michaela Polleres: „Eine Medaille muss her“. Über Tokio nach Tokio: Wimpassings Michaela Polleres (22) gehört zu den Anwärtern aufs Stockerl bei der WM und liegt gut auf Kurs Richtung Olympische Spiele 2020 in Japan.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 27. August 2019 (02:01)
AFP/Jack Guez
Alles im Griff. Michaela Polleres will sich bei der Weltmeisterschaft in Tokio diese Woche einen Platz am Podium schnappen.

Rund 25.000 Judoka stehen in Österreich regelmäßig auf der Matte. Die Besten von ihnen messen sich bei der Weltmeisterschaft in Japan mit der Elite. Niederösterreich stellt fünf Athleten im zwölfköpfigen Aufgebot. Bis Sonntag laufen die Titelkämpfe in Tokio. „Die Japaner werden das groß aufziehen, es ist ein Volkssport, eine eigene Welt.“ Michaela Polleres weiß, was sie erwartet. Die 22-Jährige vom Judoclub Wimpassing ist das heißeste Eisen aus NÖ-Sicht. Ihre Zielsetzung ist klar: „Eine Medaille muss her.“

Lukas Reiter: Polleres’ Klubkollege beim JC Wimpassing muss bereits am Dienstag (nach Redaktionsschluss) ran. Schon in Runde eins erwartet ihn ein echter Brocken. „Lukas kann jeden auf der Welt schlagen“, weiß sein Trainer Andi Zeltner. Das hat Reiter mit dem Sieg gegen einen Olympia-Gewinner auch schon unter Beweis gestellt. Bei der Weltmeisterschaft in Tokio hat der JC-Kämpfer bereits in der ersten Runde ein schweres Los gezogen – doch auch hier ist ein Gewinn möglich.

Michaela Polleres: Die Weltranglistenvierte kam heuer beim Grand Prix in Zagreb schon aufs Podium. Vergangenes Jahr ließ sie mit EM-Bronze aufhorchen. „Ich hatte eine sehr gute Vorbereitung in Ungarn und Wien, mit dem Podestplatz zuletzt hat es nochmals super gepasst“, gibt sich die 22-Jährige zuversichtlich. „Jetzt müssen für Olympia noch ein paar Platzierungen her!“ Polleres hat in Runde eins ein Freilos. „Die zweite Runde sollte sie dann ohne Probleme schaffen“, hofft Trainer Andreas Zeltner. „Wichtig wird dann Runde Nummer drei. Hier steht sie dann einer Gegnerin gegenüber, die sie noch nie besiegen konnte!“ Ein entscheidender Kampf: Wenn Polleres es schafft, sich unter den ersten sieben zu klassieren, dann wäre ihr sogar ein Olympia-Ticket sicher. Der Weg nach Tokio führt also über Tokio.

Johannes Pacher: Mit Gold bei der Universiade im Juli (Klasse bis 90 Kilogramm) hat sich der Athlet von den Perchtoldsdorf Volksbank Galaxy Judo Tigers „selbst überrascht“. Der 23-Jährige hat neues Selbstvertrauen getankt: „Jetzt ist Olympia wieder ein Thema für mich.“

Marko Bubanja: Pachers Vereinskollege tritt in der gleichen Gewichtsklasse, ebenfalls am Donnerstag an. Der 23-Jährige gab erst im Frühjahr sein Comeback nach langer Verletzungspause.

Aaron Fara misst sich in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm. Das „Bröckerl“ aus Bad Erlach hat seinen Auftritt am Freitag. Für die Olympia-Quali benötigt die aktuelle Nummer 34 der Weltrangliste noch einige Topresultate. Die Auslosung spricht durchaus für das Schwergewicht vom JC Wimpassing. „Spannend wird die dritte Runde. Besiegen kann er aber jeden“, ist sich Zeltner sicher.