Kein WM-Ticket für Schrott: „Bin wütend!“. Weltverband IAAF lässt den Weltmeisterschaftstraum platzen. Beate Schrott, die das Limit nur hauchdünn verpasst hatte, darf nicht nach Doha.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 19. September 2019 (15:07)
Wolfgang Wallner

Mit der Veröffentlichung der „Entry List“ für die Weltmeisterschaft in Doha (27. September bis 6. Oktober) hat die IAAF für Ärger gesorgt. Nicht nur bei der St. Pöltnerin Beate Schrott, die trotz Topform bei den Titelkämpfen in Katar nur Zuschauern sein darf.

Die Vorgehensweise des Weltverbandes bei der Auffüllung auf die gewünschten Teilnehmerzahlen je Bewerb führte dabei aber zu weltweitem Unmut, da jetzt z.B. im Speerwurf nur 28 statt der angepeilten 32 und im Hürdenlauf nur 38 statt 40 Athletinnen an den Start gehen werden.

Zu wenige Teilnehmer

„Eine Farce“, ärgert sich Helmut Baudis, der Generalsekretär des heimischen Verbandes (ÖLV). „Zuerst wurden die Limits erhöht, um dann auf die gewünschte Teilnehmerzahl pro Bewerb auffüllen zu können. Die IAAF hat diesen Prozess jetzt aber so ungeschickt vollzogen, dass in zahlreichen Bewerben die ausgeschriebene Teilnehmerzahl nicht erreicht wurde.“

Ein Wimpernschlag fehlte

Eine der Leidtragenden – neben Speerwerferin Vicotria Hudson von der SVS („durch diese Ignoranz werden Träume zerstört“ – ist Beate Schrott. Die St. Pöltnerin hatte ihre beste Leistung im Qualifikationszeitraum am 6. September in St. Pölten erzielt, als sie mit 13,10 Sekunden  die geforderte Norm von 12,98s nur knapp verfehlte, ihre aktuelle Top-Form aber auch danach mit 13,03s beim ATM in Ried unter Beweis gestellt.

Der ÖLV hatte die IAAF mehrfach informiert, dass beide Athletinnen gerne bereit wären, einen verfügbaren Startplatz in Doha anzunehmen. Im Hürdenlauf der Frauen bleiben jetzt aber zwei Starplätze frei.

Schrott-Ärger über „Willkür“

„Ich bin schockiert, das scheint ja noch willkürlicher zu sein, als ich ursprünglich gedacht habe“, zeigt sich die Athletin der Union St. Pölten enttäuscht. „Ich arbeite seit zwei Jahren darauf hin, wieder bei einer WM dabei zu sein und hätte gerne eine faire Chance gehabt. Das ist aber hier nicht der Fall, da die IAAF ihre eigenen Kriterien nicht erfüllt. Es ärgert mich total, so von etwas Ungewissem abhängig zu sein, ich bin momentan sehr wütend.“