Von Olympia und Klopapierrollen. Das Obersdorfer Kunstturn-Ass Marlies Männersdorfer hilft in der Corona-Krise tatkräftig mit und träumt von Tokio 2021.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 01. April 2020 (06:30)
Marlies Männersdorfer
ÖFT, Labner

Die Verschiebung der Olympischen Spiele von heuer auf 2021 begrüßt die 22-jährige Kunstturnerin aus dem Weinviertel: „Ich finde, dass dies ein sehr wichtiger und richtiger Schritt war. Es geht um die Gesundheit der Athleten, Betreuer und Zuschauer und diese sollte immer an erster Stelle stehen. Vor allem sind zur Zeit meines Wissens weltweit alle Trainingsstätten gesperrt. Daher ist es nahezu unmöglich, sich auf solch eine wichtige Sportveranstaltung bestmöglich vorzubereiten.“

Mit dem Heer im Supermarkt-Zentrallager im Einsatz

Denn das ehemalige Aushängeschild des SV Gymnastics Gänserndorf erklärt weiter: „Gerade im Turnen, wo es um das Feingefühl und sehr viele und intensive Trainingseinheiten geht, ist es sehr schwer nach einigen Tagen oder Wochen „Turnpause“ wieder auf das Niveau von vorher zurückzukommen.“ Als Heeressportlerin ist die, in Vorarlberg lebende und trainierende, Männersdorfer auch im Hilfseinsatz.

Die Heeressport-Profis des ÖFT sind nämlich Teil des Bundesheer-Hilfseinsatzes zur Bewältigung der Corona-Krise. Konkret helfen sie in den großen Supermarkt-Zentrallagern in Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich mit, unsere tägliche Versorgung sicherzustellen. Männersdorfer in der Spar-Verteiler-Zentrale nahe Dornbirn, wo sie auch viel Klopapierrollen hin- und herführt. „Wir unterstützen die Mitarbeiter so gut es geht“, berichtet die Obersdorferin.

Neue Chance für Olympiaqualifikation?

Wie sieht ihr Alltag sonst aus? „In der übrigen Zeit trainiere ich zu Hause und versuche, in Form zu bleiben”, meint sie. Was die Verschiebung für Auswirkungen auf die noch nicht abgeschlossenen Qualifikationsmöglichkeiten für Olympia hat, weiß man bis Standpunkt heute noch nicht. Es wurden alle Weltcups und die Europameisterschaften, die als Qualifikation gedacht waren, abgesagt. „Ich hoffe, dass unsere Saison dann im September beginnen kann und vielleicht ergibt sich für mich dadurch eine bessere Chance für die Olympiaqualifikation“, meint Männersdorfer abschließend.