Ivona Dadic trainiert auf den Kanaren. Nach dem Trubel rund um ihre Wahl zu Österreichs Sportlerin des Jahres richtet Ivona Dadic ihren Fokus wieder voll auf das Training. Seit Samstag befindet sich die Union-St. Pölten-Leichtathletin auf Teneriffa. Einen Monat lang wird sich die Siebenkämpfern dort auf die Saison 2021 vorbereiten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. November 2020 (10:37)
GM

Wie geht es Ihnen generell und wie haben Sie die Tage vor Ihrer Abreise, nachdem sich der Medienrummel rund um die Sportlerwahl etwas gelegt hat, verbracht? 

Dadic: Allgemein geht es mir sehr gut. Kein Vergleich zur Situation im letzten Jahr als wir wieder mit dem Training begonnen haben. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man alle Inhalte planmäßig abspulen kann, und sich nicht durch vergangene Verletzungen in kleinen oder kleinsten Schritten vorarbeiten muss. Das weiß ich heuer richtig zu schätzen. Die letzten Wochen haben wir sehr hart trainiert, weshalb wir in der Woche vor unserem Abflug eine Regenerationswoche eingeplant hatten. Neben einigen Terminen, die ich noch wahrnehmen musste, hatte ich immer wieder die Sorge dass ich ein Deja-vu haben werde und wir wie im März, im letzten Moment alles absagen müssen. Natürlich ist die Situation in Österreich im Moment dramatisch, aber wir haben erstens in den Wochen vor dem Abflug wirklich alles getan, um das Risiko krank zu werden zu minimieren, und zweitens, ist die Lage auf den Kanaren wahrscheinlich die beste und sicherste in ganz Europa. 

Wie darf man sich das vorstellen, wenn eine Profisportlerin sagt, dass sie alles getan hat, um sich vor einer Infektion zu schützen? 

Dadic: Ich sehe es so, dass wir als Sportler in einer echt privilegierten Situation während des Lockdowns sind. Wir dürfen nämlich unserer beruflichen Tätigkeit nachgehen und ich denke, dass man sich dessen schon bewusst sein sollte. Unsere Trainingsgruppe wurde sehr viel getestet – wirklich sehr viel. Mein Trainer (Anm. Philipp Unfried) nimmt die Situation sehr ernst und wollte einfach auch, dass wir mit einem guten Beispiel voran gehen und ein ordentliches Präventionskonzept haben. Natürlich ist es nicht angenehm, wenn man ein paar Mal die Woche diese Stäbchen in die Nase geschoben bekommt, aber man überlebt es und es ist zur Sicherheit aller. 

Wie lange werden Sie nun auf Teneriffa verweilen, und was erwarten Sie von den nächsten Trainingswochen? 

Dadic: Wir bleiben vier Wochen. Also bis knapp vor Weihnachten, und darüber bin ich sehr glücklich. Die Trainingsqualität bei 28 Grad ist einfach mit der zuhause nicht zu vergleichen. Und die lange Zeit hier ermöglicht es uns, an Dingen zu arbeiten, die ihre Zeit brauchen. Wir werden noch einmal ordentlich in die Grundlagen investieren und parallel dazu auch versuchen, die technischen Grundlagen zu festigen. Dieses Training wird die Basis für das kommende Jahr bilden. Für mich persönlich ist das die härteste Zeit im Jahr. Die Umfänge sind hoch und parallel dazu steigt die Intensität in einen Bereich, der einen ständig an die Grenzen bringt. Aber genau dafür sind wir hierher geflogen und darauf freue ich mich auch. 

Wie sehen Ihre Pläne nach dem Trainingslager aus? 

Dadic: Nach unserer Rückkunft steht ja schon Weihnachten von der Türe. Während der Weihnachtsfeiertage werden wir eine Regenerationsphase einschieben, die nach den nun kommenden vier Wochen auch nötig sein wird. Anfang Jänner werden wir noch einmal für ca. zwei Wochen in den Süden fliegen. Hier wird dann die unmittelbare Vorbereitung auf die Hallensaison erfolgen. 

Wie sehen Ihre Pläne hinsichtlich der erwähnten Hallensaison aus? 

Dadic: Wie schon gesagt, haben wir das Jahr 2021 mit einer Hallensaison geplant. Auch wenn mein Coach im Moment noch nicht sehr viel Rücksicht auf die Hallenwettkämpfe nimmt, werde ich Indoor an den Start gehen. Das bedeutet, dass wir noch sehr hohe Umfänge trainieren, und erst knapp bevor es dann wirklich los geht entlasten und schauen, dass ich in Form komme. Das hat in der Vergangenheit immer gut geklappt, und ich denke wir dürfen einfach das Hauptziel, nämlich die Olympischen Spiele, nicht aus den Augen verlieren. Bis dahin sind es jedoch noch einige Monate und wenn ich eines ganz bestimmt nicht will, dann eine Frühform. Also um auf die Halle zurückzukommen, ich plane einige nationale Starts und auch einen Start bei der Hallen EM. Natürlich unter der Voraussetzung, dass all dies coronabedingt stattfinden kann. Aber wie ich schon mehrmals gesagt habe, muss ich als Athletin auf mein Ziel fokussiert bleiben, da sonst die Trainingsqualität leiden würde und möchte mir aus diesem Grund über mögliche Absagen nicht zu viele Gedanken machen. Die liegen nämlich nicht in meiner Hand und sollte es so kommen, muss ich es ohnehin akzeptieren.