Schrott-Sieg zum Klassenerhalt. Maria Anzbacherin gewinnt ihren Hürdenlauf in Varadzin. Aber erst ein dramatisches Staffel-Finale bringt den Klassenerhalt für Österreich bei der Team-EM!

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 13. August 2019 (01:21)
ÖLV
Auf Beate Schrott war bei der Team_EM einmal mehr verlass. Sie siegte über 100-m-Hürden und holte wichtige zwölf Punkte.

Am Wochenende fand im kroatischen Varadzin die Leichtathletik-Team-EM der 2. Liga statt. Bei diesem Nationenwettkampf war die Union St. Pölten mit dem Rekordaufgebot von fünf Athleten im Nationalteam vertreten. Neben den Routiniers Beate Schrott, Carina Schrempf und Agnes Hodi, konnten mit Daiyehan Nichols-Bardi und Lena Pressler auch zwei U-20-Athleten erstmals Teamluft in der Allgemeinen Klasse schnuppern.

Da aufgrund einer Neustrukturierung des Nationen-Bewerbs heuer in jeder der vier Ligen gleich fünf Nationen absteigen mussten, lag eine Mammutaufgabe vor dem 40-köpfigen Nationalteam. In den 40 Bewerben musste man also am Ende zumindest fünf der zwölf angetretenen Nationalmannschaften hinter sich lassen, um nicht in die dritte Liga abzusteigen.

Aus St. Pöltener Sicht startete die Mission Klassenerhalt gleich mit einer Katastrophe, denn Agnes Hodi scheiterte im Stabhochsprung an der Anfangshöhe von 3,75 Meter. Der letzte Platz brachte damit nur einen Punkt für Team „Austria“.

Schon am Anreisetag hatte es die erste Hiobsmeldung gegeben, denn Lena Pressler kam mit einer Grippe an und musste das Bett hüten. Somit fiel die schnellste 400-m-Hürdenläuferin aus. Ihre Vertreterin Sigrid Portenschlager holte als Achte aber fünf Punkte.

Ebenfalls am ersten Tag im Einsatz war Carina Schrempf, die sich erst mit ihrem Staatsmeistertitel vorige Woche qualifizieren konnte. Die Union-Athletin konnte über 800 Meter in Saisonbestleistung von 2:09,60 Minuten als Neunte die Ziellinie überqueren — vier Punkte!

Österreich lag nach dem ersten Wettkampftag am neunten Rang, es fehlten jedoch nur wenige Punkte auf den rettenden siebenten. Und so kam es am Sonntag zum Abstiegskampf mit Zypern, Bulgarien und Israel. Dabei konnte man sich wieder einmal auf Routinier Beate Schrott verlassen. Die 30-Jährige wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und holte über 100-m-Hürden den Sieg und zwölf Punkte. Nach weiteren starken Leistungen lag man vor den entscheidenden Abschlussbewerben über 4x400-Meter punktegleich mit Israel am siebenten Rang.

Die Damenstaffel mit einer entfesselten Schlussläuferin Schrempf landete nach einem tollen Rennen am sechsten Rang und damit zwei Plätze vor Israel. So musste die österreichische Herrenstaffel nur mehr vor Israel bleiben. Doch beide Staffeln wurden wegen Behinderung disqualifiziert, bekamen keine Punkte. Österreich schaffte damit hauchdünn mit 275 Punkten den Klassenerhalt vor den Israelis (273).