Challenge St. Pölten als Green-Event. Christoph Schwarz arbeitet als Organisator des Triathlons in der Landeshauptstadt mit fünf Universitäten zusammen, um umweltschonender zu werden.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 02. Dezember 2020 (02:39)
Der dreifache Hawaii-Sieger Craig Alexander wäre schon 2020 der Star bei der Challenge St. Pölten gewesen. Für 2021 hat er bereits wieder zugesagt und fungiert auch als Testimonial des Events.
Trimtex, Marvin Manalan

Der Challenge St. Pölten Triathlon hat sich für die kommenden Jahre ein großes Ziel gesetzt: Die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Verantwortung werden in den Vordergrund rücken und sollen ein wichtiges Erkennungsmerkmal der Traditionsveranstaltung werden. Unterstützung dafür holt sich Organisator Christoph Schwarz mit seiner Firma Bestzeit bei sieben Studierenden von unterschiedlichen Universitäten in Wien.

„Der Triathlonsport ist ganz eng mit der Natur verbunden,“ betont Schwarz. „Training, Wettkampf, Erholung – vieles findet im Freien statt und ist auch ein wichtiger Aspekt, der den Triathlon so einzigartig macht. Der Bewerb in St. Pölten ist international für seine schöne Landschaft und die einzigartigen Strecken bekannt“, will er, dass das auch in Zukunft so bleibt.

„Ich starte absichtlich bei meinem eigenen Event mit der Sustainability Challenge, um zu lernen. Aber Ziel ist es natürlich, künftig allen Veranstaltern von Großevents in St. Pölten ein fertiges Problemlösungspaket anbieten zu können.“ Christoph Schwarz, Leiter der Stabsabteilung Zukunftsentwicklung in St. Pölten und Chef der Bestzeit-Agentur, welche den Challenge St. Pölten Triathlon ausrichtet

Unterstützung für das Vorhaben bekommt die Firma Bestzeit jetzt von Teilnehmern der Sustainability Challenge. Die zweisemestrige Lehrveranstaltung fungiert als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sie vernetzt motivierte Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen mit realen Projekten. „Gemeinsam mit unserem Team aus sieben motivierten und engagierten Studierenden möchten wir an unserem Ziel arbeiten“, freut sich Schwarz über spannende erste Treffen. „Sie haben auch uns als Veranstalter bereits ganz neue Blickwinkel und Denkweisen aufgezeigt!“

Das Ziel, eine klimaschonende Triathlon-Veranstaltung zu organisieren, sei aber ein langfristiges Projekt, welches nicht in einem Jahr erreicht werden könne. „Es gilt altbewährte und gut funktionierende Strukturen zu verändern und anzupassen“, weiß auch Schwarz, der step-by-step Maßnahmen treffen und Änderungen etablieren will. „Die Athleten werden für uns weiterhin im Vordergrund stehen und der Spirit ‚We are family‘ wird weitergetragen“, ist auch Petra Schwarz wichtig. Optimale Lösungen für Athleten und das Klima sollen gefunden werden. „Es ist eine neue Herausforderung, der wir uns gerne stellen und auf die wir uns sehr freuen“, erklärt die Mitorganisatorin.

„Allein mit der Abschaffung der Plastikbecher ist ein grüner Event aber noch nicht gewährleistet“, will sich Christoph Schwarz nicht wie andere Eventveranstalter einfach nur ein grünes Mäntelchen umhängen. „PLA-Becher sind um ein Drittel teurer als jene aus Plastik, aber wenn man einen Zusatzsponsor aufstellt ist das leistbar, löst aber nicht die wahren Probleme“, ist er überzeugt. Deshalb sind Kooperation mit der ÖBB angedacht, um mit zwei Sonderzügen die zahlreichen Triathlonsportler aus Deutschland nach St. Pölten zu schaffen. „Und auch auf Dieselaggregate werden wir verzichten“, ist Schwarz schon in Verhandlungen mit EVN, um auch da Alternativen für den Event 2020 zu finden.

„Es ist eine neue Herausforderung, der wir uns gerne stellen und auf die wir uns sehr freuen“

Aber für Schwarz ist das alles nur ein Anfang. In der St. Pöltner Stadtgemeinde hat er als Manager alle Großevents über und will hier neue Maßstaäbe setzen. „Ich fange absichtlich bei meinem eigenen Event an, um zu lernen. Aber Ziel ist es natürlich, künftig allen Veranstaltern von Großevents in St. Pölten ein fertiges Problemlösungspaket anbieten zu können.“

Die Premiere der Challenge St. Pölten musste 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Neuer Termin ist der 30. Mai 2021. „Die Absage war eine große Enttäuschung für das ganze Team. Die Belohnung für monatelange Arbeit blieb aus und die Vorfreude auf ein großartiges Startfeld war von einem Moment auf den anderen wie weggeblasen“, weiß Christoph Schwarz, der trotzdem auf einen erfolgreichen Sommer zurückblickt. Zehn etwas andere aber sehr erfolgreiche Events konnten von der Bestzeit-Agentur heuer veranstaltet werden. „Es war learning-by-doing. Doch wir haben viele Erfahrungen gesammelt und blicken sehr zuversichtlich auf den 30. Mai“, sagt Schwarz, der überzeugt davon ist, dass der erste Challenge St. Pölten Triathlon ein voller Erfolg wird.