Auch Benjamin Karl wuchsen Flügel. Der Snowboardweltmeister aus Wilhelmsburg lief in Lienz mit seinem eigenen Team und schaffte 25 Kilometer. Auch sechs ULC-Läufer liefen in Türnitz, am weitesten von ihnen kam Michi Posch.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 12. Mai 2021 (01:08)
Snowboardweltmeister Benni Karl lief auf einem 2-km-Rundkurs in Lienz 25,5 Kilometer weit.
zVg

Der globale Spendenbewerb Wings for Life ist seit Sonntag der größte Lauf der Geschichte! Um Punkt 13 Uhr (MESZ) ertönte weltweit der Startschuss zur achten Auflage. Noch nie sind so viele Menschen gleichzeitig bei einer Laufveranstaltung auf der Strecke gewesen: 184.236 registrierte Teilnehmer aus 195 Nationen in 151 Ländern, davon 59.294 Teilnehmer in Österreich, liefen für die, die es selbst nicht können. Auch zahlreiche heimische Sportstars wie Anna Gasser, Lisa Hauser, Christian Schiester, Andi Goldberger, Thomas Morgenstern, Marcel Hirscher und Gregor Schlierenzauer haben ihre Laufschuhe für die gute Sache geschnürt und alles gegeben, um so viele Kilometer und Spenden wie möglich für die Rückenmarksforschung zu generieren.

Auch der Wilhelmsburger Benjamin Karl nahm den Lauf wieder in Angriff, diesmal mit dem extra dafür gegründeten Team Athletic Heroes. „150 Menschen sind für mein Team gelaufen, 20 davon sogar gemeinsam mit mir in Lienz auf einer 2-km-Runde“, berichtet Karl stolz. Sein persönliches Ziel hatte sich der Snowboardweltmeister mit 20 bis 30 Kilometer gesteckt, geworden sind es 25,5.

„Am Anfang fühlt sich alles ja noch gut an“, schildert er die Gänsehaut beim Loslaufen, wenn man weiß, dass man mit so vielen Leuten auf der ganzen Welt zusammen läuft. „Aber nach rund 18 Kilometern wird es dann zäh, denn meine 90 Kilogramm Körpergewicht drücken schon reichlich gegen die Schwerkraft und das Gestell fängt an, weh zu tun“, findet er, dass das Catcher-Car zur rechten Zeit gekommen ist.

„Wir alle im Team haben den ersten Sommertag perfekt genützt“, ist Red-Bull-Sportler Karl „stolz, ein Teil dieser Bewegung sein zu dürfen.“

„Wir alle im Team haben den ersten Sommertag perfekt genützt

Die Bestmarken beim Wings for Life World Run 2021 stellten Nina Zarina aus Russland mit 61,1 Kilometern und Rollstuhlfahrer Aron Anderson aus Schweden mit 66,8 km auf und kürten sich zu den Gesamtsiegern. Für Zarina war es nach 2019 und 2020 der bereits dritte Gesamtsieg in Folge. Auch Aron Anderson ist jetzt dreifacher World-Run-Gewinner nach seinen Erfolgen 2017 und 2018.
In Österreich holte sich Margit Lazzeri aus Leogang mit 42,4 km den Sieg – damit belegte sie im internationalen Vergleich Platz acht. Bei den Herren war Routinier Wolfgang Wallner, der Mitglied im Team Marcel Hirscher war, mit 56,1 km denkbar knapp der beste Österreicher. In der weltweiten Gesamtwertung belegte der Piestinger damit den neunten Rang. Ihm fehlten nur 6,3 Kilometer auf die Top 3.

Am Donauufer fast 30 Kilometer zurückgelegt

Eine besonders schöne Strecke hat sich die St. Pöltner Vorjahressiegerin bei den Rollstuhlfahrerin der Kategorie F55, Eva Heimetberger-Maringer, ausgesucht. Sie befuhr das Donauufer von Mautern nach Traismauer und retour. Dabei hatte sie mit Daniel Seeböck und Bernhard Pötz zwei Edeldomestiken an ihrer Seite. Am Ende hatten alle drei 29,61 Kilometer zu Buche stehen, als nach 2:25:05 das virtuelle Catcher-Car kam. „Die zweite in der World-Run-Wertung schaffte in meiner Kategorie etwas über 28 Kilometer“, freut sich Heimetberger-Maringer über die Titelverteidigung und bedankt sich bei allen Teilnehmern. „So viele sind entlang der Donau gelaufen und alle haben sich gegenseitig angefeuert!“

Posch schaffte in Türnitz 25,10 Kilometer

Sechs Läufer waren auch vom ULC Transfer St. Veit in Türnitz am Start und kamen gemeinsam auf eine Distanz von 112 Kilometern, ehe sie das virtuelle Catcher-Car eingeholt hat. Michael Posch war der interne Sieger mit 25,10 Kilometern, gefolgt von Adi Zöchling (20,80) und Sigi Klauser mit 19,20. Gregor Einicher hatte stark trainiert, musste aber mit Fersenproblemen aufgeben.