Harry Simon: Motor machte schlapp. Bei dritter WM-Station ließ Harry Simons Material aus. Nach Semifinaleinzug an Tag eins fehlte mit Reservemaschine Speed.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 19. Februar 2020 (01:31)
Harry Simon ist trotz eines Rückschlags noch immer bester Nicht-Russe in WM.
privat

Die rennfreie Zeit ist für Harald Simon auch immer die Zeit, seine Motorräder zu generalüberholen, an Möglichkeiten zu tüfteln, wie er noch mehr Leistung aus seinen Maschinen herauskitzeln kann. Wie wichtig das ist, wurde dem Pfaffenschlager und den Zuschauern am vergangenen Wochenende bei den Grand Prix in Shadrinsk ziemlich krass vor Augen geführt.

Am Sonntag ging während des zweiten Laufs der Java-Motor seines Motorrads hoch. „Das war mitten im Rennen, er konnte nur vom Lauf abtreten“, schildert Simons Schwester Helga Fronhofer, die mit ihm Kontakt hält, während der in Russland weilt. Einem dritten Platz zum Auftakt, folgte also ein „Nuller“ im zweiten Heat. Und in weiterer Folge wurde es schwer.

Reservebike fehlte Speed

Denn für die restlichen Läufe musste der Waldviertler auf seine Reservemaschine, auf der die neuesten technischen Errungenschaften noch nicht verbaut worden sind, umsteigen. Einmal wurde er noch Zweiter, im Endeffekt fehlte aber der Speed, um ins Semifinale einzuziehen. „Mit dem Haupt-Motorrad wäre das auf jeden Fall drin gewesen“, ist Fronhofer überzeugt.

Samstags im Spitzenfeld

Dass ihm die Bahn in Westsibirien grundsätzlich liegt, hatte Harry Simon schon am Samstag gezeigt. Da war er mit einem Laufsieg und einem zweiten Platz nämlich in die Runde der besten acht vorgestoßen. „Da ist es für ihn echt gut gelaufen, er war auch zufrieden“, berichtet Fronhofer.

Im Halbfinale gab‘s letztlich an den Russen kein Vorbeikommen. Der Finaleinzug blieb am Samstag übrigens auch dem bisherigen WM-Dominator Daniil Ivanov verwehrt. Den Sieg holte sich Dmitry Khomitsevich. Sonntags jubelte Igor Kononov.

Zeit zum Durchschnaufen

In der WM-Wertung ist Ivanov nun nur mehr knapp voran, Harry Simon ist hingegen als Sechster immer noch bester Nicht-Russe. Für Rang elf am Sonntag gab‘s nämlich dank der fünf Laufpunkte auch noch sechs Zähler.

Der Pfaffenschlager machte sich direkt nach dem Rennen auf den Weg heim. Die geplanten Liga-Rennen in Lukhovitsy wurden mangels Eis nämlich bereits abgesagt. Am Mittwoch wird Simon in Pfaffenschlag erwartet. Dann gibt‘s etwas Gelegenheit zum Durchschnaufen, ehe er Österreich bei der Team-WM in Berlin vertritt. Die Einzel-WM geht am 14. März in Inzell weiter.