160 Jahre: St. Pöltner Bote als "Opa" der NÖN. St. Pöltner Bote gilt als Vorfahre der St. Pöltner Zeitung.

Von Lukas Kalteis. Erstellt am 31. Juli 2021 (03:46)
St. Pöltner Bote
Vor 160 Jahren erschien die erste Ausgabe des St. Pöltner Boten. Dieser wurde 1868 in die St. Pöltner Zeitung umgewandelt, behielt aber den Zusatz „gegründet als St. Pöltner Bote“ bis 1939. Erst 1965 wurden mehrere Lokalblätter unter der Dachmarke der NÖN vereinigt.
Kalteis/ Stadtarchiv

Seit 160 Jahren laufen in St. Pölten durchgehend die Druckerpressen und halten die Stadt auf dem Laufenden.

Am 1. August 1861 trat der St. Pöltner Bote seine erste Reise zu den Lesern an, als in Österreich noch Kaiser Franz Joseph regierte und in den USA der Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten tobte.

Der St. Pöltner Bote gilt heute als „Großvater“ der NÖN, da er 1868 von Bischof Joseph Feßler übernommen und zur St. Pöltner Zeitung umgestaltet wurde, bevor diese wiederum zu den Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) wurde.

Die erste Ausgabe des St. Pöltner Boten enthielt neben einem Hinweis darauf, was die Leser zukünftig von der neuen Zeitung erwarten dürfen, auch einen Bericht über die Ausschusssitzung unter dem damaligen liberalen Bürgermeister Ludwig Steiner. In der Sitzung forderte beispielsweise ein St. Pöltner Braumeister, die Einfuhr fremder Biere zu besteuern.

Zudem informierte der Bote über aktuelle Körner- und Fleischpreise, gab landwirtschaftliche Tipps und enthielt den Zugfahrplan der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn. Eine Fahrt mit dem Dampfzug von St. Pölten nach Wien dauerte circa zwei Stunden, eine Fahrt nach Salzburg fast sieben Stunden.