Verkehrssicherheit: „Autofahrer nehmen oft Vorfahrt“. Das Fahrrad ist als Fortbewegungsmittel beliebt. Als Radler müsse man laut Radlobby aber sehr defensiv fahren.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 13. August 2019 (03:14)
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1.788 Radfahrer täglich passieren durchschnittlich die drei Messstellen in der Landeshauptstadt. Mit 3.685 Radfahrern an nur einem Tag wurde erst vor wenigen Wochen neuer Rekord aufgestellt. Das sah damals der Radfahrbeauftragte der Stadt, Alexander Schmidbauer, als eindeutigen Beweis dafür, dass der Drahtesel immer beliebter wird.

Für die seit dem tödlichen Unfall viel diskutierte Sicherheit für Radler ist das auch von Vorteil, meint Maria Zögernitz von der Radlobby St. Pölten: „Je höher der Anteil der Radfahrer, umso sicherer wird es, weil die Autofahrer daran gewöhnt sind.“ Zögernitz ist mehrmals pro Woche mit dem Rad unterwegs, samt ihren beiden Kindern und einem Fahrradanhänger, wie er bei dem Unfall übersehen wurde.

„Je höher der Anteil der Radfahrer, umso sicherer wird es, weil die Autofahrer daran gewöhnt sind.“

„Ich verwende diesen gerne, wenn es schnell gehen muss, oder ich einkaufe, da ich weit mehr Stauraum habe. Das Rad ist kippsicherer. Selbst wenn das Fahrrad umkippt, bleibt der Radanhänger stehen“, erklärt Zögernitz. Sie fühlt sich zumeist sicher auf ihren Ausfahrten, obwohl man als Radfahrer oft Umwege in Kauf nehmen und sehr defensiv sein müsse. „Mehrmals wöchentlich wird mir die Vorfahrt genommen“, berichtet Zögernitz.

Sie vermeidet Landstraßen, so gut es geht, weil oftmals kein Radweg vorhanden ist. „Es lässt sich aber leider nicht immer vermeiden.“ Beispiele sind für sie die B 1 von Ratzersdorf nach Pottenbrunn, die B 20 und die Stattersdorfer Hauptstraße nach Ende des Radweges, weil dort die viel befahrene Straße gequert werden muss. „Wir als Radlobby haben in diesen Bereichen schon öfter Begleitwege gefordert“, schildert die begeisterte Radfahrerin.

Viel auf den Radwegen und Straßen der Umgebung sind auch die Mitglieder der Radclubs aus der Nähe der Landeshauptstadt unterwegs, wie etwa vom URC St. Margarethen. „Ich fahre jeden Tag von St. Margarethen nach St. Pölten in die Arbeit, mache aber einen Umweg über Ober-Grafendorf. Einerseits, weil diese Strecke ein gutes Training ist, andererseits sind die Radwege besser und es ist weniger Verkehr“, betont Manfred Gundacker, der in seiner Freizeit oft Ausfahrten mit dem URC in größeren Gruppen unternimmt.

„Mehrmals wöchentlich wird mir die Vorfahrt genommen“

Gemeinsam wird viel Wert auf Sicherheit gelegt: „Vor unseren Ausflügen werden alle Teilnehmer über unsere Regeln informiert und in mehrere kleine Gruppen aufgeteilt.“ Auf breiten Straßen fährt die Gruppe hintereinander, damit Autofahrer trotz Gegenverkehr überholen können, auf schmalen Straßen fahren die Rennradler nebeneinander, um den Überholweg für Kraftfahrzeuge möglichst kurz zu halten. Gundacker lobt vor allem den Traisenradweg mit Ausnahme der Anbindung an den Pielachradweg.

So habe man in St. Georgen etwa Nachrang. „Die Autofahrer halten bei Ausfahrten meistens erst vor der Straße und nicht vorm Radweg. Wenn man nicht aufpasst, landet man da schnell unter den Rädern. In dem Fall ist es sicherer auf der Straße, trotz Benutzungspflicht für Radwege“, sagt Gundacker.

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