Politik im Bezirk St. Pölten wird verjüngt. Neue Gesichter gibt es schon bei den Spitzenkandidaten im Bezirk. Einige Ortparteien wechseln nach der Wahl.

Von Nadja Straubinger, Alex Erber, Renate Hinterndorfer und Birgit Kindler. Erstellt am 17. September 2019 (04:02)
Wodicka; Foto-Montage Alex König
Wodicka;Fotomontage: Alex König

Während im Finale der Nationalratswahl ein 33-jähriger Altkanzler um die Macht im Staat kämpft, stehen auch die kommenden Gemeinderatswahlen im Bezirk im Zeichen eines Generationenwechsels.

NÖN
Stefan Klammer (ÖVP) stellt sich als jüngster Bürgermeister in NÖ in Neidling der Wahl.

Der längstdienende Bürgermeister des Bezirks, Ernst Kulovits aus Schwarzenbach, übergab bereits an seinen bisherigen Vize Andreas Ganaus, in Neidling ist mit Stefan Klammer seit Ende April der jüngste Bürgermeister Niederösterreichs am Ruder, die Bürgermeister Herbert Wandl aus Gerersdorf und Peter Kalteis aus Weinburg kandidieren ein letztes Mal, wobei Kalteis die kommende Periode nicht abschließen möchte. Einige Kandidaten stehen schon fest, vieles ist noch vorbehaltlich der Beschlüsse in den Gremien.

NÖN
Brigitte Thallauer löst Franz Trischler an der ÖVP-Spitze in St. Margarethen ab.

Die Kampagne der Bezirks-ÖVP steht bereits in den Startlöchern, auch wenn Bezirksgeschäftsführer Simon Obermayer betont, dass die Partei derzeit noch auf die Nationalratswahl konzentriert ist. Einige neue Spitzenkandidaten sind in den Gemeinden mit „türkisen“ Bürgermeistern schon bekannt. Die aktuelle Vizebürgermeisterin Brigitte Thallauer ist in St. Margarethen/Sierning Spitzenkandidatin statt dem bisherigen Bürgermeister Franz Trischler. In Karlstetten rückt Vize Thomas Kraushofer in die erste Reihe vor, weil Anton Fischer, wie berichtet, nicht mehr antritt.

Kopitz
ChristophArtner ist Spitzenkandidatder SPÖ in Herzogenburg.

In den SPÖ-regierten Gemeinden des Bezirks gibt es einige Bürgermeister, die zum ersten Mal als Spitzenkandidaten in eine Wahl gehen: Christoph Artner in Herzogenburg, Stefan Steinbichler in Purkersdorf, Karin Gorenzel in Wölbling und Wolfgang Steininger in Statzendorf. Den auf Landesebene vereinbarten frühen Wahltermin begrüßt SPÖ-Bezirksvorsitzender Matthias Stadler: „Dadurch ist ein kurzer, intensiver Gemeinderatswahlkampf zu Beginn des Jahres 2020 garantiert und die Arbeit der verantwortlichen Gemeindemandatare kann rasch fortgesetzt werden.“

Bei den anderen Parteien geht es weniger um den Bürgermeistersessel, als darum, in möglichst vielen Gemeinden vertreten zu sein. Die Kandidatensuche läuft derzeit noch bei den Oppositionsparteien.

Mehr FPÖ-Listen, Grüne und NEOS halten Zahl

Obwohl die FPÖ noch mit der Nationalratswahl beschäftigt ist, kann Bezirksobmann Erich Königsberger schon bestätigen, dass die Partei in mehr Gemeinden als beim letzten Mal antreten wird: „In Purkersdorf und Asperhofen werden wir kandidieren. Eine FP-Liste in St. Margarethen ist ebenfalls im Bereich des Möglichen.“ Mit welchen Kandidaten entscheide sich nach der Nationalratswahl. Es gebe Gemeinden, in denen sich die FPÖ schwertue – obwohl sie dort gute Ergebnisse erziele. „Ob wir in Schwarzenbach und Loich antreten, steht noch nicht fest“, sagt Königsberger.

Die Grünen werden sich in allen 17 Gemeinden im Bezirk, in denen sie jetzt im Gemeinderat vertreten sind, wieder der Wahl stellen. Neue Grüne Listen wird es laut Bezirkssprecher Michael Pinnow nicht geben: „Wir sind stolz darauf, dass wir in allen bisherigen Gemeinden weiterhin für den Gemeinderat Kandidaten und Kandidatinnen gefunden haben. Diese Gruppen erfahren gerade einen starken Zulauf an neuen Mitgliedern und Aktivisten vor Ort.“

NEOS sind derzeit nur in Pyhra und Neulengbach im Gemeinderat. Pressesprecher Jürgen Hirschmann geht davon aus, dass in diesen zwei Gemeinden NEOS wieder antreten. Genaueres könne er noch nicht sagen, denn: „Bei NEOS werden die Listen für die Gemeinderatswahlen in einem mehrstufigen Prozess erstellt. Die Mitglieder haben das letzte Wort. Nach unserer Mitgliederversammlung am 9. November wird feststehen, wer in welcher Gemeinde antritt.“ In den nächsten zwei Wochen konzentriere sich alles auf die Nationalratswahl: „Danach ist Zeit, wieder an die Gemeinderatswahl und an die Aufstellung der Teams im Bezirk zu denken“, so Hirschmann.

Umfrage beendet

  • Gemeinderatswahl 2020: Werdet ihr wählen gehen?