Christian Deix: „Bis jetzt war‘s ziemlich leiwand“. Der St. Pöltner Christian Deix, Musiker, Songwriter, Texter und Bühnenmensch, geht erstmals als Solokünstler an den Start.

Von Beate Steiner. Erstellt am 26. Februar 2021 (04:55)
Christian Deix schaffte im Lockdown-Frühling, was er sich schon lange vorgenommen hatte: Mit dem Lied „Ohne di“ ist sein erstes Soloprojekt auf seinem eigenen Label CD-Music und seinem Youtube-Kanal erschienen und seine Website ist entstanden
www.christiandeix.com. : Felicitas Matern

"Ohne di“ ist das erste Soloprojekt von Christian Deix. Der Sänger und Songwriter, in den 1980er-Jahren Frontman der international erfolgreichen St. Pöltner Band „Espresso“, ist jetzt kreativer Kopf der beliebten Italo-Pop-Formation Insieme, Musical-Komponist, Bühnenautor und Mitglied des Ensembles beim Kultursommer Laxenburg.

NÖN: Sie sind seit 35 Jahren Künstler, treten mit 56 erstmals solo auf – wie fühlt sich das an?
Christian Deix: Ungewohnt, aber es war ein absolutes Muss für mich, als Solokünstler anzutreten, alleine im Zentrum zu stehen – ich hab das vor mir hergeschoben. Bis jetzt war immer etwas anderes wichtiger. Im Lockdown im Frühjahr ist „Ohne di“ gewachsen, der Text gemeinsam mit der Musik. Dann hab ich Nägel mit Köpfen gemacht, ein eigenes Label gegründet – CD-Music, weil ich unabhängig agieren wollte. Darauf wurde „Ohne di“ veröffentlicht, das Video ist auf meinem Youtube-Kanal zu sehen.

Sie haben den Großteil der Instrumente auch selbst eingespielt?
Ich hab’ mich im Fundus meiner musikalischen Einflüsse bedient, das Grundarrangement fixiert, alle Stimmen eingesungen und mir für die Feinheiten tolle Musikerkollegen geholt. Christian Eigner war glücklicherweise wegen Corona nicht als Schlagzeuger mit Depeche Mode unterwegs, sondern für mich verfügbar. Der St. Pöltner Werner Köck hat mit der Gitarre Rock‘n‘Roll-Spirit reingebracht, Antonia von Russkaja mit der Violine das von mir gewünschte „Electric Light Orchestra“-Feeling – jedes zusätzliche Schmankerl hat das Lied komplettiert. Für den perfekten Sound sorgte Erwin Bader aus Kottingbrunn.

Ich hab’ mich im Fundus meiner musikalischen Einflüsse bedient, das Grundarrangement fixiert, alle Stimmen eingesungen und mir für die Feinheiten tolle Musikerkollegen geholt

„Ohne di“ haben Sie Ihrer Frau gewidmet. Wie oft haben Sie ihr das Lied vorgespielt?
Beatrix hört sich das Lied mindestens 20 Mal am Tag an. Sie hat jeden Entwicklungsschritt miterlebt, freut sich, dass das so schön geworden ist. Das Lied ist nicht nur eine Liebeserklärung an meine Frau, es geht auch darum, was uns allen in dieser Zeit am meisten fehlt: Nähe und zwischenmenschlicher Kontakt. Erst wenn man etwas nicht mehr hat, weiß man, wie sehr man es vermisst.

Sie haben ja schon für viele Musiker Songs geschrieben – mit denen Sie nicht selbst auf die Bühne gegangen sind.
Das ist Teil des Jobs. Ich versetze mich in das musikalische Genre des jeweiligen Interpreten und versuche ihm oder ihr einen Song auf den Leib zu komponieren, egal ob Pop, Rock oder Schlager. Auch bei Musicals gehört das dazu.

Wollten Sie jemals etwas anderes als Künstler werden?
Mit zehn Jahren hab’ ich für meine Eltern ein Abendessen vorbereitet und ihnen Zettel in meiner schönsten Schrift überreicht: „Liebe Mama, lieber Papa, ich will Baumeister werden.“ Ich hab’ nämlich die tollsten Legobauten gemacht. So mit 14 oder 15 hat mich dann der Musik-Virus erwischt – Schlagzeug, Gitarre, Klavier habe ich mir selbst beigebracht. In der Theatergruppe in der HAK hatte ich meinen ersten Soloauftritt. Ich habe erfolgreich Didi Hallervorden imitiert. Das Mich-selbst-produzieren-Wollen, das ist schon immer in mir drinnen gewesen. Und bis jetzt war’s eigentlich ziemlich leiwand.

Was kommt als Nächstes?
Natürlich die Promotion für „Ohne di“, die mein langjähriger Freund, der ehemalige St. Pöltner Peter Pansky, professionell managt, dann hoffentlich wieder Konzerte mit Insieme, am 13. Juni soll in Laxenburg Premiere der Komödie „Raumschiff“ sein, die ich mit Olivier Lendl geschrieben habe. Und „Ohne di“ soll auch keine Eintagsfliege bleiben.