St. Pölten als "Stadt der tausend Kleingärtner". St. Pölten hat relativ zur Einwohnerzahl wohl die meisten Schrebergärten. In Coronakrise gibt es viele Interessenten.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 04. Juni 2020 (03:12)
Der Vorsitzende der Bezirksorganisation Franz Riederer (rechts) hat selbstverständlich auch einen kleinen Garten.
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Gut 1.500 Kleingärten gibt es in St. Pölten. „So viele gibt es pro Einwohner sonst nirgends“, ist der Vorsitzende der Bezirksorganisation Franz Riederer überzeugt. St. Pölten hat eine große Kleingartentradition. Drei Vereine feiern heuer ihr hundertjähriges Bestehen.

Gerade in den letzten Wochen ist der Ansturm auf neue Gartenplätze enorm. Viele wollen sich in der Coronakrise eine kleine Oase im Grünen schaffen. Das Virus selbst hat die Kleingärtner allerdings wenig beeinflusst. „Wir sind in unseren Gärten gesessen und haben uns ganz legal über die Hecke unterhalten“, erklärt Riederer. Ihm sei auch kein einziger Fall in Niederösterreich bekannt, wo es zu Schwierigkeiten unter den Kleingärtnern gekommen wäre.

Auffällig sei hingegen, dass sich aktuell ein neuer Trend bei den Kleingärtnern abzeichnet. „Es wird wieder mehr Obst und Gemüse gepflanzt“, hat Riederer bemerkt.

Warum es in St. Pölten so viele Kleingärten gibt, sei historisch gewachsen. Große Firmen wie die Harlander, Glanzstoff, Voith und auch die ÖBB haben ihren Mitarbeitern kleine Gartengrundstücke zur Verfügung gestellt. Im Juli feiert der Verein Wagram seinen Hunderter, im Laufe des Jahres noch der Arbeiterschrebergartenverein Stattersdorf und der Traisen strand/Edelwies. Der älteste Verein ist Nord 1, den gibt es bereits seit 1909 und gehört damit zu den ältesten überhaupt.