Petition für einen Lärmschutz. Anrainer sammeln Unterschriften für Maßnahmen gegen die Schussgeräusche.

Von Thomas Werth. Erstellt am 08. Oktober 2019 (04:00)
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Ursula Leonhartsberger-Schrott, Thomas Wiebogen-Wessely, Wolfgang Weinzierl, Margit Weinzierl, Franz Messinger und Rudolf Schöbinger (hinten) setzen sich ebenso für einen besseren Lärmschutz ein wie Lilo und Victoria Herndl, Verena Sonnleitner, Markus Weinzierl, Manuela Buschenreiter (vorne) und hoffen auf viele Unterstützer der Online-Petition, die unter www.openpetition.eu/laermschutz3100 zu finden ist.

Nachdem die Polizei im September ihre großen Übungen an der neuen Sturmwaffe für beendet erklärt hatte, keimte bei den Anrainern des Bundesheer-Schießplatzes bei Völtendorf Hoffnung auf. Aber nur kurz. „Wir fühlen uns nach wie vor oft wie im Bürgerkrieg“, berichtet Ursula Leonhartsberger-Schrott weiterhin von stundenlangen Schusssalven.

Leonhartsberger-Schrott geht daher nun mit einer Online-Petition in die Offensive für einen besseren Lärmschutz. „Ich hoffe auf möglichst viele Unterstützer, damit sichtbar ist, wie viele Menschen durch den intensiven Betrieb am Schießplatz massiv belastet sind“, berichtet sie. Bereits kurz nach dem Start hat sie über 100 Unterschriften beisammen. Unterstützung findet sie etwa bei Tierklinik-Geschäftsführer Thomas Wiebogen-Wessely. Er ist mit Kritik von Kunden konfrontiert, deren Hunde wegen der Schüsse nicht aus dem Auto aussteigen wollen.

„Ich hoffe auf möglichst viele Unterstützer, damit sichtbar ist, wie viele Menschen durch den intensiven Betrieb am Schießplatz massiv belastet sind

„Wir sind ja nicht gegen den Schießplatz. Allerdings meinen wir, dass der Platz nicht nur technisch auf dem neuesten Stand sein sollte. Er braucht dringend auch einen modernen Lärmschutz“, so Leonhartsberger-Schrott. Sie schlägt vor, aufgrund der „vielfältigen Interessenslage“ die Kosten zwischen Bundesheer, Polizei, Stadt und Land aufzuteilen.

Den Vorwurf, dass es den Schießplatz schon seit über 100 Jahren gibt, kennen die Anrainer. „Ich wohne aber bereits seit über 50 Jahren in dieser Gegend. Niemand, der hier gebaut hat, konnte ahnen, dass sich die Situation seit 2017 so zuspitzt“, betont Rudolf Schöbinger.

Seitens des Ministeriums für Landesverteidigung wird betont, dass alle gesetzlichen Lärmschutzbestimmungen eingehalten werden: „Es befinden sich dort mehrere Schießanlagen, die teilweise über einen technischen Lärmschutz verfügen. Zusätzlich werden Lärmemissionen durch Dämme und umliegende Bäume reduziert.“ Das Bundesheer sei bemüht, „nach Maßgabe des verfügbaren Budgets, den technischen Lärmschutz weiterzuentwickeln“. So sei als eine Maßnahme erst kürzlich, „aufgrund der Situation vor Ort“, die Schießzeiten von Montag bis Samstag jeweils abends eingeschränkt und die Sonn- und Feiertage gänzlich schießfrei gehalten.

Maßnahme verärgert Sportschützen

Betroffen vom Schießverbot am Sonntag ist allerdings hauptsächlich der Zweigverein Schießen des Heeressportvereins. „Wir sind nachweislich nicht die Lärmverursacher, werden aber jetzt vom Ministerium als das Problem hingestellt“, ärgert sich Obmann Thomas Gerstbauer. Für den Verein hat die zeitliche Einschränkung weitreichende Folgen. „Turniere, bei denen auch ein bisschen Geld reingekommen ist, sind dadurch gestorben“, so Gerstbauer.