Duo schlug brutal zu. Der Haupttäter (16) wandert für zwei Jahre hinter Gitter. Komplize (15) begleitet ihn sechs Monate. Trio wird bedingt verurteilt.

Von Alex Erber. Erstellt am 22. September 2020 (16:57)
Symbolbild

Mehrfacher Raub, schwere Körperverletzung, Diebstahl, Einbruch, Unterschlagung: Die Liste der Delikte, die sechs Jugendlichen aus Stadt und Bezirk Tulln vorgeworfen werden, ist lang.

Um zu wissen, wie sie „ticken“, genügt ein Blick auf den Auftakt des Prozesses am Landesgericht St. Pölten. Zwei der sechs Angeklagten fehlen. Die beiden Tschetschenen, 15 und 16 Jahre jung, werden rund zwei Stunden nach Prozessbeginn von Polizisten der Inspektion Tulln vorgeführt. Das Duo war kurz zuvor festgenommen worden, weil man sie in der Nacht in einem gestohlenen Auto ertappt hatte.

Das Revier der Jugendgang war vor einigen Monaten das Areal rund um den Tullner Stadtturm, mittlerweile hat sich das Betätigungsfeld erweitert.

Beute: 20 Cent und sechs Jetons

Und da darf St. Pölten nicht fehlen. Speziell die Gegend rund um das Lokal Warehouse war für die beiden Haupttäter eine Fundgrube. Den Österreichern (16 und 14) unbekannte Jugendliche, die zu Fuß am Heimweg waren, wurden grundlos angepöbelt und niedergeschlagen. In einem Fall war die Beute enorm: 20 Cent befanden sich in einer Geldbörse sowie sechs Jetons für die Getränkerückgabe im Wert von insgesamt drei Euro.

Zwei andere Angeklagte wiederum hantierten an der Eingangstür vom Café Schubert. „Wir wollten nur hineinschauen“, beteuerten sie vor Gericht. Wiederum Pech, dass gegenüber ein Kriminalbeamter wohnt, der das nächtliche Geschehen beobachtete. Die Kollegen waren flink zur Stelle, nahmen die Möchtegern-Einbrecher fest.

Der Haupttäter kassiert zwei Jahre unbedingte Haft (nicht rechtskräftig), für einen 15-Jährigen setzt es ein halbes Jahr Gefängnis, es gibt drei bedingte Haftstrafen und einen Freispruch (allesamt rechtskräftig).