Teresa Vogl "debütiert" beim Opernball. In Neulengbach ist Teresa Vogl aufgewachsen, in St. Pölten wurde sie musikalisch geprägt. Am Donnerstag ist die ORF-Kultur-Lady beim Ball der Bälle im Einsatz.

Von Beate Steiner. Erstellt am 19. Februar 2020 (03:23)
ORF/Thomas Ramstorfer

Rote Mähne, elegantes Vintage-Outfit, immer ein charmantes Lächeln auf den Lippen — Teresa Vogl fällt auf und ist zurzeit eine der meistfotografierten Frauen in Österreichs Medien.

„Das wird im März ganz von selbst wieder abebben“, lacht die 36-jährige ORF-Kultur-Lady, die heuer erstmals durch den Opernball führen wird. Teresa Vogls Auftritt beim Ball der Bälle ist nicht ihr erster in der Oper: Während ihres Studiums der Germanistik, Romanistik und Musikwissenschaften war sie jahrelang Komparsin im Haus am Ring, „weil ich mir gedacht habe, dass dort Sänger in Ausbildung gefragt sind.“

„Kleidung ist Ausdruck der Persönlichkeit"

Gefragt war die gebürtige Neulengbacherin schon mit 16 Jahren: Da hatte sie ihren ersten Bühnenauftritt auf kleinerer Bühne, als zweiter Knabe in der Zauberflöte im damaligen St. Pöltner Stadttheater. Damals war ihre Leidenschaft für Kunst und Kultur schon längst entfacht. „Meine Großmutter hatte ein Operetten-Abo. Als Kind war es für mich das Schönste, wenn sie mich zu den Kostümschinken ins Stadttheater mitgenommen hat.“

Was sich auch auf die Vorliebe der kleinen Teresa fürs Kostümieren und Verkleiden ausgewirkt hat – und auf ihren persönlichen Stil, am liebsten angelehnt an die 1940er bis 1920er-Jahre. „Kleidung ist Ausdruck der Persönlichkeit. Mir ist Individualität sehr wichtig. Ich habe schon als 15-Jährige auf Flohmärkten nach Vintage-Mode gestöbert.“

„Du sollst Dein Publikum nicht langweilen.“ Teresa Vogl, nach Oscar Wilde

Zu dieser Zeit, Ende der 1990er-Jahre, entdeckte Anton Gansberger, Lehrer am Mary-Ward-Gymnasium, das Talent seiner Schülerin und brachte sie zum Konservatorium für Kirchenmusik.

„Ich hab‘ dann auch einige Jahre im Domchor und im Jugendensemble gesungen, das war musikalisch eine sehr prägende Zeit für mich“, erinnert sich die Moderatorin, die in ihren Anfängen beim ORF Niederösterreich engagiert war. „Dort hab’ ich sehr viel gelernt. Mein großer Traum war aber immer der Radiosender Ö 1.“

Erfolgreiche Serie: Kultur aus der Vogl-Perspektive

Den Verantwortlichen des Kultursenders ist die ausgebildete Sängerin und Musikwissenschafterin durch ihre Kompetenz aufgefallen. Von 2010 bis 2016 gestaltete sie für Ö 1 etwa „Apropos Kammermusik“, „Spielräume“ und „Radiokolleg“. Bis heute moderiert sie einmal im Monat das „Pasticcio“ und präsentiert live aus dem Radio-Kulturhaus die „Klassische Verführung“ mit dem ORF-Symphonie-Orchester.

Seit 2016 ist Teresa Vogl auch als Redakteurin und Moderatorin für die TV-Kultur tätig. Zu sehen ist sie in der Matinee am Sonntag oder in der Serie „Kultur aus der Vogl-Perspektive“, in der sie interessante Persönlichkeiten zum Gespräch trifft. Und mit Ratte Rolf Rüdiger erkundet die Mutter der sechsjährigen Dora auch für Kinder die Welt der Musik.

Off-Air moderiert Teresa Vogl Galas, Konzerte, Kulturveranstaltungen, die Eröffnung der Wiener Festwochen, die Seefestspiele Mörbisch, die Salzburger Festspiele und ist begehrte Vortragende bei Konzerteinführungen im Wiener Musikverein und in Grafenegg.

Nervös vor Live-Auftritten ist sie nicht. „Das beflügelt mich, ich hab‘ die Lust zum Risiko“, grinst die Moderatorin, die sich mit Vergnügen an Oscar Wilde’s Gebot hält: „Du sollst Dein Publikum nicht langweilen.“