Solidaritätswelle: Melanie kämpft gegen Krebs. Bei junger zweifacher Mutter ist Erkrankung nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder zurückgekehrt. Rettung wäre eine spezielle Krebstherapie in Deutschland, doch die ist teuer.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Mai 2021 (05:23)
Endlich wieder eine Perspektive für Melanie. Eine teure Krebstherapie in Deutschland sieht vielversprechend aus. Nur ist diese sehr teuer.
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Die Familienplanung ist abgeschlossen, das Zusammenleben glücklich, als im Februar 2017 die Schocknachricht kommt: Melanie, 29 Jahre, und Mutter zweier Kleinkinder aus St. Pölten erhält die Diagnose Brustkrebs. Die Erkrankung erweist sich als besonders bösartig und metastasierend. Bereits im siebten Monat muss die zweitgeborene Tochter abgestillt werden - eine kräftezehrende Chemotherapie samt all ihrer Nebenwirkungen folgt. Die Chemo zeigt allerdings keine Wirkung, es folgen mehrere Operationen sowie eine Strahlen- und Hormontherapie, die kurzzeitigen Erfolg bringen. Daneben helfen verschiedene komplementärmedizinische Behandlungen, um den Körper bei Kräften zu halten und die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten.

Heute, vier Jahre und unzählige Chemo- und Strahlentherapien später, ist die Situation noch ernster. Der Krebs hat sich schnell einen neuen Weg gebahnt und sich wieder ausgebreitet.

Einzig eine spezielle Therapie mit onkolytischen Viren gibt Melanie die Chance, ihre Kinder weiter beim Erwachsenwerden zu sehen. Eine Lösung, die allerdings einen traurigen Haken hat: Die österreichische Gesundheitskassa übernimmt die Therapiekosten bei den deutschen Ärzten nicht. Als Alternative wird abermals eine Chemotherapie angeboten, die laut Untersuchungen ihrer behandelnden Ärzte in Wien und einer genauen Analyse der Tumorzellen, nur wenig Erfolg auf Besserung verspricht und massive Nebenwirkungen samt Schwächung des Immunsystems mit sich bringen würde.

Jetzt geht es darum Melanies Leben zu retten und es werden für die vermutlich zehnmalige Therapie in Nürnberg und Düsseldorf zumindest 95.000 Euro benötigt. Kosten, die auch eine normale Chemotherapie verschlingen würde. Freunde und Familie sind alarmiert und wollen Melanie und ihrer jungen Familie helfen. Neben einer Social-Media-Kampagne (https://www.facebook.com/melaniesstory/) haben sie ein Spendenkonto (IBAN: AT 84 2025 6000 0061 4362, BIC: SPSPAT21XXX) sowie eine Crowdfunding-Kampagne (https://www.paypal.com/pools/c/8zcWAgNHpk) eingerichtet. Das Ziel: Melanie so schnell wie möglich die Behandlungskosten zu verschaffen und ihr zumindest den finanziellen Druck und die Sorgen nehmen. „Ich möchte leben und kämpfe dafür jeden Tag, für mich, meine Töchter, meinen Mann und unsere Familie und Freunde”, gibt Melanie nicht auf.

Viren zwingen Krebszellen zum "Selbstmord"

Wie sieht diese Therapie genau aus: Der deutsche Mediziner Arno Thaller gehört mittlerweile zur Weltspitze bei der Krebstherapie, wenn es um die Behandlung mit onkolytischen Viren geht. Er bettet Immunmodulatoren in onkolytische Viren, die das Immunsystem des Körpers aktivieren und die Zerstörung der Krebszellen fördern, ein. Der Patient bekommt nach der Injektion der Viren in die Tumorzelle hohes Fieber – eine Immunantwort, die sich letztlich gegen den Tumor richtet. Im besten Fall verübt der Tumor nach mehreren Injektionen einen „stillen Selbstmord“.

Die Effektivität dieser Behandlung zeigen nicht nur zahlreiche Fälle aus den vergangenen Jahren, sondern untermauert auch der Artikel „Effective Treatment of Glioblastoma Multiforne with Oncolytic Virotherapy“, der im führenden Onkologie-Fachmagazin „Frontier in Oncology“ erschienen ist. Seither ist Thaller bei Pubmed, eine weltweite Datenbank mit medizinischen Artikeln, sowie Medline gelistet und der Beitrag wurde seit Mai 2020 weltweit bereits 4.000 Mal von Ärzten heruntergeladen. Thallers Konzept ist, die tumor-tötenden Viren weiter zu verbessern und nicht nur ein Virus, sondern eine Kombination rekombinanter Viren zu verabreichen.

Die Gabe von onkolytischen Viren ist dabei in der Krebsbehandlung nichts Neues. Bereits Ende 2015 wurde in den USA und wenig später in Europa laut der deutschen Ärztezeitung das Präparat Talimogene laherparepvec (T-VEC) für die Behandlung von Melanom-Patienten zugelassen. Das Besondere: Das Medikament zur Injektion in den Tumor enthält genetisch veränderte Herpes-simplex-Viren Typ 1.

Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erreichen wollen Melanies behandelnde Ärzte die onkolytischen Viren alle drei Wochen direkt in die metastasierenden Krebszellen injizieren – damit, das zuvor beschriebene Ziel, des „Tumor-Selbstmords“, erreicht wird. In der Woche darauf folgt eine Behandlung mit MTX- und Curcuma-Infusionen. In der dritten Behandlungswoche kommt es zu einer insulinpotenzierten Chemotherapie. Danach beginnt der Kreislauf von vorne.

Jetzt braucht es Zusammenhalt, damit Melanie weiterhin leben kann. Ein Mensch, der jederzeit und immer für alle da ist und mit seiner lebensfrohen Art ansteckend auf alle wirkt. Jeder Euro hilft, die lebensnotwendigen Therapien zu finanzieren. „Als Familie glauben wir fest daran, dass diese spezielle Therapieform helfen wird“, ist Melanie überzeugt. Die erste Vireninjektion ist bereits in Düsseldorf erfolgt und Melanie reagierte bisher wie erhofft sehr gut darauf. Jetzt braucht es aber dringend weitere Therapien und eine Solidaritätswelle in der Gesellschaft #solidaritywave.